Freitag, 17. Juli 2015

Lothar

An einem Tag, der blöder nicht hätte laufen können, wollte ich wenigstens Ingo noch ein Highlight gönnen und eine Runde mit ihm ganz alleine Gassi gehen. Der Dicke genießt es dabei unendlich, meine ungeteilte Aufmerksamkeit zu haben. Kein respektloses Malikind, das ihm ständig von hinten in die Hacken kneift und kein hütendes Hörnchen, das ihm unablässig frontal ins Gesicht kläfft, wenn er wieder einmal etwas eingehender seine Umgebung erschnüffeln möchte. Bei solchen Runden zeigt er sich immer ungewöhnlich aufmerksam und kooperativ. Schließlich sind die Chancen auf ein paar Leckerlis auch wesentlich größer, wenn kein belgischer Raptor ihm die Brocken vor der Nase wegschnappt, die er aufgrund seiner schlechter werdenden Augen wieder nicht fangen konnte.


So fuhren wir an den Ortsrand und zogen mit reichlich Motivationsmittel und Schleppleine los. Über einer Kuppe, noch nah beim Auto, sah ich relativ weit entfernt ein Paar entgegenkommen. Da sie mich offenbar auch gesehen hatten und sie keinerlei Anstalten machten, einen eventuell vorhandenen Vierbeiner einzusammeln, liefen wir weiter. Plötzlich kam ER in unser Sichtfeld und zweifellos hatte ER uns ebenfalls gesichtet und tat was ER eben glaubte tun zu müssen. ER setzte zum Spurt auf uns an!!! Alles ging unfassbar schnell. Irgendwie hatte mein Bauchgefühl mir beim Anblick der ersten Haarspitze schon signalisiert: "dreh um und gib Gummi"! Ein Glück, dass wir oft ein Spiel daraus machen - wer zuerst beim Auto ist. Dieser Lauf war mit Sicherheit absolute Bestzeit! Und so konnte ich hinter Ingo um Haaresbreite gerade noch die Autotür zuschlagen, in die ER kläffend und fletschend einschlug. ER war noch kein Jahr alt, vielleicht 30cm hoch und größenwahnsinnige 7kg leicht und sein Name war Lothar. Zumindest seine Menschen schienen diesen Namen zu kennen, denn sie riefen ihn ununterbrochen, wenn auch ohne Erfolg, während die kleine Kackbratze noch immer vor dem Auto auf dicke Hose machte und auch vor mir noch keinen Millimeter bereit war zurückzuweichen. Lothar war wahrlich ein Prachtexemplar von einem Rauhhaarteckel mit einem obendrein, wie ich finde, ziemlich coolen Namen. Ingo zeigte unterdessen im Auto ganz deutlich, dass er wild entschlossen war, mich aus dieser ausweglosen Situation zu retten, bewies ich ihm doch gerade wieder, dass ich alleine unter keinen Umständen überlebensfähig war.


Endlich trafen die Zweibeiner am Auto ein. Und dann kam er, der Spruch, von dem ich dachte, er existiere lediglich noch in Comedy-Sendungen oder auf T-Shirts: "DER TUT NIX, DER WILL NUR SPIELEN". Meine Antwort: "Ich bezweifle, dass er für dieses Spiel den notwendigen Humor mitbringt," sorgte nur für verwirrte Gesichter. Beide waren davon überzeugt, ich hätte Angst um MEINEN Hund gehabt. "Ich dachte, da käme der Schäferhund, der dort unten wohnt. Der ist krank," erklärte Herrchen. "Ja klar," sagte ich, "meiner ist auch krank, nur anders." Ich denke nicht, dass er das wirklich verstand, macht aber nix. Die Frau meinte nur: "Ist doch egal, der hätte so oder so nicht gehört. Is halt'n Dackel." Meine Antwort "OK, für solche Fälle gibt es ja Leinen," konnte man nun gar nicht verstehen. Schließlich macht ja nur die Leine die Hunde aggressiv. An meinem brüllenden Hund im Auto konnte man das ja nur zu gut erkennen. Und überhaupt, Hunde machen sowas doch ganz gut unter sich aus. Da solle man sich am besten raushalten. Nun denn... vielleicht beim nächsten Mal *grins*... Ihnen auch noch einen schönen Tag... *tztztz... Kopf schüttel*.


Und so ging jeder seiner Wege... mehr oder weniger irritiert. Wenigstens kam Ingo anschließend schnell wieder runter und wir konnten noch eine entspannte Runde genießen. Nachdem er auf Schilddrüsenhormone eingestellt ist, hat sich sein Verhalten wirklich zusehends gebessert. Tausend Dank, Andrea, für diesen Tipp!!!


Die Tage zogen ins Land und nach unseren Morgenrunden fiel mir mehrfach auf, dass unser Master of Disaster in höchster Aufregung, mit gestellter Bürste und hoher Rute in den Garten stürmte und alle möglichen Ecken und Büsche kontrollierte. Ich hatte dafür keine Erklärung. Nachbars Katzen bringen ihn allerhöchstens beim unmittelbaren Sichtkontakt in Wallung. Eines Morgens kam Licht in die Sache: Soa lag im Wohnzimmer und schaute leise knurrend zum Fenster raus. Und siehe da, draußen im Garten drehte einer völlig ungeniert seine Runden und markierte nahezu alles, was seinen Weg kreuzte. Er musste unter unserem katzenfreundlichen Zaun durchgeschlüpft sein und das ganz sicher nicht zum ersten Mal - Lothar!!! Herrchen war derweil völlig relaxt auf der Straße, gemütlich an eine Laterne gelehnt, ins Telefongespräch vertieft und ließ Lothar tun, was ein Dackel eben tun muss. Ich ging raus und versuchte dem Zweibeiner zu erklären, dass da drinnen einer wohnt, der sich dazu berufen fühlt, Haus und Garten von Eindringlingen jeglicher Art freizuhalten. Die lapidare Antwort: "Ja, ja, ich pass schon auf!" Ich kann mir nicht helfen, das klang so etwa wie "Boah, Alte, erzähl's der Parkuhr". So war's wohl auch gemeint, denn ein paar Tage später drehte der kleine Saufarbene wieder ganz unverholen seine Runden durch Ingos Revier. So dachte ich mir, ein kleiner Denkzettel von Soa könne ganz hilfreich sein und allemal gesünder, als von unserem Platzhirsch persönlich gestellt zu werden. Kurz entschlossen gehe ich mit dem schlimmen Kind vor die Tür, damit sie dem Dackeltier eine Abfuhr erteilt. Soa entdeckte den Eindringling natürlich sofort und was dann passierte lässt mich vor Stolz fast platzen: Mein überhaupt gar nicht schlimmes Kind schaut den verblüfften Dackel an, schaut mich an, schaut den Dackel an und setzt sich dann fragend, mit leicht geneigtem Kopf vor mich, um mir zu zeigen, sie hat verstanden was wir zuvor lange geübt hatten! Es ist völlig unnötig, in Frauchens Beisein in unserem Garten irgendwelche Hunde anzublaffen. Sie machte dabei keinen Unterschied ob vor oder hinterm Zaun! WAS FÜR EIN GUTES KIND!!! Somit war die Mission Denkzettel zwar gescheitert, aber ich hatte dadurch unendlich viel mehr gewonnen: Vertrauen in meinen Hund. Und dieses Gefühl ist unbezahlbar! Lothar unterdessen trollte sich letzten Endes dann vor mir. Er muss jetzt einfach damit leben, dass unser Garten umgehend zwar weniger katzenfreundlich, dafür aber umso mehr dackeldicht gemacht wurde :-).



Donnerstag, 5. Februar 2015

Proudly presenting...

... Lieschen :-)
OK, ich weiß, das "one and only Lieschen" gibt es bereits ;-). Deshalb, der Richtigkeit halber und hoch offiziell: Jalisa (aus dem Arabischen = Freundin). Und das ist sie tatsächlich, eine Freundin! Zumindest für Ingo, unseren Grobmotoriker. Da hat doch unser grober Klotz allen Ernstes einen noch gröberen Keil gefunden.

Aber der Reihe nach:

Unsere Bande war seit längerem nicht mehr wirklich eine Bande. Eher ein sehr überschaubares, wenn auch äußerst dynamisches Duo *g*. Und da diese Zwei bekanntermaßen nicht die Kooperativsten waren (noch immer nicht sind und höchstwahrscheinlich auch nie sein werden... *seufz*), keimte bei den Zweibeinern im Haus der Wunsch nach pelzigem Nachwuchs. Es sollte einfach wieder ein Hund da sein, dem seine Menschen wichtig sind und dem Arbeit Spaß macht. Dieser Hund musste natürlich mit unseren Knalltüten kompatibel sein. Also: 1. kein Rüde, da Ingo keine anderen Götter neben sich duldet. 2. kein erwachsenes Mädel, da Soa davon nicht sonderlich erbaut ist (wenngleich sie auch auf Welpen recht gut verzichten kann). 3. arbeitsfreudig sollte das Modell sein. Zum 4. sollte die Endgröße etwas unter der von Soa liegen (also in erster Linie für mich im Notfall tragbar und handhabbar sein) und 5. sollte es auf jeden Fall die Varietät eines Schäferhundes sein (deutsch, holländisch oder belgisch).

Zugegeben, mein Herz schlägt noch immer für die langhaarigen Belgier. Da es aber weder Trude noch jemals Rio wieder geben wird, haben es nachfolgende Belgier ziemlich schwer und irgendwie wollte bei keinem Langhaar so wirklich der Funke überspringen. Immer war auf der über ein Jahr dauernden Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau ein Haar in der Suppe zu finden. Entweder der Kandidat gefiel optisch nicht, war von unpassender Abstammung, hatte keine gute Kinderstube, hatte Probleme psychischer oder physischer Art oder fand woanders ein Zuhause oder bei uns war der Zeitpunkt durch verschiedene Pleiten, Pech und Pannen schlichtweg unpassend oder, oder, oder... .

Die Ansprüche waren haushoch... vielleicht zu hoch. Das Vorhaben "Azubi" schien aussichtslos.  Ich hatte das Idealbild eines Schäferhundes vor Augen: weiblich, ca. 5-12 Monate alt. Am liebsten langhaarig, nicht allzu großrahmig, schön dunkel, mit richtig viel schwarz und mit schönen kleinen Ohren. Und natürlich nett sollte er (oder besser gesagt "sie") sein und nicht gerade die Übernahme der Weltherrschaft planen. Ein Welpe? Ich??? Niemals! Sowas tue ich mir doch nie und nimmer freiwillig an... *schnaub* ;-).

Am Ende kam alles wie es kommen musste. Wo die Liebe eben hinfällt :-). "Es" kam mit 11 1/2 Wochen, "es" sah und "es" siegte! Dieses Kleinteil ist so gänzlich anders und das ist gut so. Schließlich hat ein guter Hund keine Farbe. In die Ohren wird sie vielleicht noch wenigstens teilweise reinwachsen, Kurzhaar ist eh pflegeleichter, nett ist bekanntlich ohnehin die Schwester von doof und überhaupt... die Sache mit der Größe wird sowieso völlig überbewertet. Uns hat das kleine Ungetüm in allen Belangen überzeugt. Auch wenn hier seitdem alles Kopf steht und nichts mehr so ist wie es war, so ist es doch mit Haut und Haaren zu 100% unser Wunschkind *grins*.

Schon mit 11 1/2 Wochen weiß die junge Dame sehr genau was sie will 
Bereits ein Tag nach ihrem Einzug hat sie den brummigen Onkel Ingo schon komplett um ihr dickes Patschepfötchen gewickelt
Ihr Auszug ins neue Leben begann mit etwa 350km Autofahrt. Diese wurde fast vollständig verschlafen. Lediglich die abschließende Kurverei auf der Landstraße setzte ihr etwas zu. Sichtlich bemüht, das Gleichgewicht zu halten, protestierte sie zunächst ein wenig, um uns dann nach dem dritten Kreisel endgültig in aller Deutlichkeit zu erklären, dass sie das alles echt zum kotzen fand. So schlimm dann aber auch wieder nicht, denn sie ließ es sich nicht nehmen, sich das Zutage geförderte Frühstück augenblicklich wieder einzuverleiben. Dabei war sie auch nur schwer davon abzubringen, dass die Plüschdecke definitiv nicht zu diesem Frühstück gehörte.

Zuhause angelangt kam der schwierigere Teil: sie unserem Duo Infernale als neues Familienmitglied vorzustellen!
Soa begrüßte mich direkt am Auto und war schon neugierig auf dessen Inhalt. Die Neugier beruhte in keinster Weise auf Gegenseitigkeit. Der Zwerg weigerte sich standhaft, das Gefährt zu verlassen - half aber nix. Also wurde Soa fürchterlich verbellt, was diese mit schierer Ignoranz quittierte. Das Kleinteil war verblüfft und die Hälfte der Familienzusammenführung war überraschend einfach geschafft. Na super, denn mal her mit Ingo! Wer diesen Platzhirsch kennt, weiß dass sein Auftreten meist für einige Schnappatmung bei allen Beteiligten sorgt. Doch Ingo stellte diesmal alles bisher da gewesene in den Schatten. Er pöbelte und brüllte nach allen Regeln der Kunst und wollte sich überhaupt nicht mehr beruhigen. Wobei es bisher auch noch kein vierbeiniger Besucher gewagt hatte, ihn Zähne fletschend in seinem Garten in Empfang zu nehmen! Das war zuviel! Bei soviel Unverfrorenheit wollte Ingo nur noch eines: den Eindringling unschädlich machen! Und daran konnte auch ein anschließender, gemeinsamer Spaziergang nichts ändern. Der Dicke führte sich auf wie ein Hooligan und nichts konnte etwas an seiner Meinung über den Giftzwerg ändern. Tolle Aussichten... *seufz*.

Da halft nur noch Plan B: weiteratmen! Immer ein und aus, möglichst ruhig und regelmäßig ;-). Unterstützt wurde Plan B von einer stabilen Box, als Jugendknast für den Zwerg mitten im Wohnzimmer aufgestellt. Dann spendierten wir allen eine Runde Rinderkopfhaut (äm... nur für die Hunde) - kauen soll ja beruhigen und nach etwa 2 Stunden seit der Ankunft war die Aufregung dahin und das junge Fräulein konnte aus der Sicherungsverwahrung entlassen werden. Ingo nahm sie etwas argwöhnisch unter die Lupe und der Käse war gegessen - Punkt. Seitdem hat der kleine Wutnickel die beiden Großen nahezu im Griff und die Sache mit der Weltherrschaft kann in die Planungsphase gehen *gg*. 

Wir sind gespannt und freuen uns auf die weitere Entwicklung!

Mittwoch, 18. September 2013

Ein weiterer Stern am Himmel...

 
... ein kleiner, ein ganz besonderer Stern.

Samstag, 20. Juli 2013

Gute Reise mein Schatz

 
Machs gut, kleines Fuchsgesicht. Wir sehen uns...

 

Donnerstag, 30. Mai 2013

Die Sache mit dem Tierschutz


Allen frisch gebackenen, stolzen Welpenbesitzern sei an dieser Stelle gesagt: NEIN, ich habe in keinster Weise etwas gegen den Kauf von Welpen, wenn sie denn von wirklich seriösen Züchtern stammen! Das sollte jeder für sich entscheiden und der Einzug eines Pelzgesichtes, egal welcher Herkunft, sollte einfach nicht unüberlegt passieren und zum eigenen Lebensstil passen. Ich würde mir lediglich für beide Seiten ein wenig mehr Verständnis und vor allem auch mehr Verstand wünschen.

Unter den sogenannten Tierschützern tummelt sich auch so manche suspekte Gestalt. So der Typ Gutmensch, der schon mit einem einzigen Hund hoffnungslos überfordert, mehr vierbeinige Südländer durch die Lande zerrt, als eigentlich mit Flexileinen handlebar sind. Andere Hundehalter, deren Vierbeiner lediglich nicht angeleint waren, werden erbarmungslos bei der Behörde anschwärzt. Man ist ja so tierlieb, aber Ordnung muss schließlich sein! Hemmungslos wird, überall verbreitet, die eigenen Dauerkläffer wären nur so aggressiv, seit sie von dem freilaufenden Hund angefallen wurden. So, so... anfallen also... ohne zu berühren *am Kopf kratz*. Wow... das ist mal `ne Gabe, auf die die Amis echt scharf wären *gg*. Mit ihren unfähigen Zweibeinern überfordert, keifen die Tierchen zwar schon von je her ohne ersichtlichen Grund grantig vor sich hin, das wurde aber scheinbar erfolgreich verdrängt. Hauptsache man hat endlich einen Sündenbock gefunden. Große Gebrauchshunde eignen sich dazu ja bekanntermaßen vorzüglich! Wer solche Lügen auftischt, schreckt auch vor der Verbreitung anderer Märchen nicht zurück. Dieses Verhalten zeugt nicht gerade von Verständnis, geschweige denn von Verstand. 

In diversen Tierschutz-Foren findet Typ Gutmensch wenigstens noch virtuelle Freunde, nachdem ihm die Sozialkontakte im richtigen Leben längst davongelaufen sind *seufz*. Im www ahnt ja auch keiner, dass bereits ein Hund, der Kinder wegen rein prophylaktisch, aus dem trauten Familienleben entfernt wurde. Und so wird ihm das Wohlwollen der Internetfreunde spätestens bei der Drittadoption gewiss. Die Menge macht`s! Dass Typ Gutmensch auf der anderen Seite Rehen, Maulwürfen und Fischreihern mit illegalen Methoden nach dem Leben trachtet, weil sie es wagen, im heiligen Garten nach einem Stückchen Natur zu suchen, steht ihm ja leider nicht auf die Stirn geschrieben. Genau so wenig, wie er bei der Gattin den Hass auf Katzen schürt, indem er höchstpersönlich allabendlich, klammheimlich, jedoch nicht gänzlich unbeobachtet die Hecken totpinkelt. *örgs*... es gibt Bilder, die kriegt man nur schwer wieder aus dem Kopf... *tztztz*

Der Ausdrucktanz, den solche Gestalten mit drei, an Flexis ausflippenden Tölen vollführen, ist hingegen doch recht unterhaltsam *lol*. Da entsteht tatsächlich unter Staccato mäßigem nein-nein-nein-Gequake so manches Flechtwerk, das in einem Macramekurs garantiert  wahre Begeisterungsstürme entfachen würde!

Ein Glück, dass Typ Gutmensch nicht die Regel unter den Tierschützern ist. Größtenteils wird diese nervenaufreibende Arbeit von großartigen Menschen mit unglaublichem Engagement getragen - aus echter Tierliebe und nicht getreu dem Motto: "Tue Gutes und sprich drüber". Nun denn, alles hat eben zwei Seiten.

Von Rassehundezüchtern wünsche ich mir, dass sie endlich mehr Wert auf Gesundheit und Nervenstärke als auf Ausstellungs- und Sporterfolge legen würden.
Hört endlich auf, die Rassen systematisch kaputt zu machen mit eurer "engen Linienzucht", auch etwas unschöner gemeinhin als Inzucht bekannt!!! Wie kann es sein, dass ein ehemals als gesund bekannter Belgier mittlerweile selten mehr als 10 Jahre alt wird? Unendlich viele sterben schon wesentlich früher an Magenkrebs, Knochenkrebs oder Epilepsie. Andere Krankheiten wie Cauda Equina, Spondylose oder Augenerkrankungen machen schon weit eher aus dem ursprünglich robusten und stolzen Hund einen Schatten seiner selbst. Eine Schilddrüsenunterfunktion wird nahezu als normal hingenommen. Mit "HD-fast normal" wird munter gezüchtet. Der Verband erlaubt`s ja. Etliche Gesundheitschecks, bevor ein Hund in die Zucht geht, werden ignoriert. Der Verband schreibt`s ja nicht vor. Ein Hund mit Schilddrüsenerkrankung bleibt in der Zucht - alles im Rahmen der Vorgaben. Das war ja auch alles so aufwändig, die Zuchtzulassung zu bekommen. Bei einem 3-jährigen Rüden wurde ein Katarakt festgestellt. Er blieb in der Zucht. Erst als man ein Jahr spaeter Morbus Addison diagnostizierte, wurde er kastriert. Sein gefrorener Samen ist weiterhin erhältlich. Im Nachruf eines anderen 3-jährigen Rüden, der an Weichteilkrebs starb, schreibt man "in seinen Nachkommen lebt er weiter". Wer? Der Hund oder der Krebs??? Oh Herr, lass Hirn regnen! In einem Zwinger sterben innerhalb zweier Monate vier Hunde unterschiedlichen Alters an Magenkrebs. Man ist aber mächtig beleidigt, wenn der Deckrüde aus dieser Linie nicht mehr auf Begeisterung stößt! Krebs ist ja schließlich nicht vererbbar. Ach nein, tatsächlich? In einer Rubrik "Memoriam" über einen knapp 11-jährigen Deckrüden zu schreiben: "an Altersschwäche verstorben" grenzt schon an Sarkasmus. Ich könnte kotzen!!! 

Liebe Züchter, wenn ihr tatsächlich eure Rasse so liebt, versucht es in der Zucht doch bitte einmal mit Verstand oder lasst ganz einfach die Finger davon! Vielleicht würde so manch einer unter euch zu mehr Einsicht gelangen, wenn er die Qualen seiner krank gezüchteten Tiere am eigenen Leib spüren müsste. Aber, keine Sorge, das wird in absehbarer Zeit nicht geschehen. Ihr könnt also unbekümmert weiter produzieren, leider. 



Ich weiß, es gibt sie noch, die Idealisten, denen die Gesunderhaltung ihrer Rasse tatsächlich am Herzen liegt. Aber sie haben es mächtig schwer, den richtigen Partner aus einem immer kleiner werdenden gesunden Genpool auszuwählen. Solange ich keinen Hund von einem solchen Idealisten bekomme, der mich in allen Belangen überzeugt, werde ich immer wieder bevorzugt einen Tierschutzhund aufnehmen. Damit habe ich natürlich noch längst keinen gesunden Hund, aber zumindest ein besseres Gefühl, weil ich diesen Wahnsinn nicht unterstützt habe.

Sorry, das sollte keine Predigt mit erhobenem Zeigefinger werden. Lediglich etwas Wunschdenken in Schriftform. Wer sich diesen Schuh allerdings anzieht, dem wird er schon passen!


Gebt gut acht auf eure Goldstücke!

Mittwoch, 17. April 2013

Frühjahrsputz

Es war schon lange, lange, lange allerhöchste Zeit, das Blog aufzuräumen und ein aktuelles Bild der Bande hochzuladen. Natürlich getreu dem Motto "Trau keinem Bild, das du nicht selbst gefälscht hast" ;-). Der dicke Paul würde den Teufel tun und sich für so'ne schnöde Knipserei zu dem Terrortölentrupp drapieren lassen. Muss er auch nicht! Per Bildbearbeitung reingepflanzt ist das für alle sehr viel entspannter und Ingos Speichelfluss wird dabei auch nicht über alle Maßen strapaziert *g*.

Es hat mich einiges an Überwindung gekostet, die alte Collage mit Selinakatzi zu entfernen. Aber genauso wie Trude, Erik, Alfred, Gregory, Leonardo und alle anderen pelzgesichtigen Freunde, die wir ein Stück unseres Lebens begleiten durften, hat auch das Katzilein seine unvergesslichen Spuren im Herzen hinterlassen. Etwas von unseren Pelzgesichtern wird immer bei uns bleiben!

Für den Fall, dass sich jemand die irrwitzige Frage stellt, warum wir uns jedes Mal so ein "altes, gebrauchtes" Tier ins Haus holen... tatsächlich wurde diese Frage uns gegenüber schon des Öfteren geäußert!?? Aber klar doch, ein Welpe ist süß, niedlich, umwerfend, macht Spaß und was auch immer, gar kein Zweifel. Wenn man jedoch bereit ist, einen mehr oder weniger erwachsenen Mitbewohner als Persönlichkeit mit allen Ecken und Kanten zu respektieren, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und voneinander zu lernen, dann erhält man etwas, das schwer zu beschreiben aber mit Gold nicht aufzuwiegen ist. Bei uns dürfte immer wieder ein "Gebrauchter" einziehen. Unvorstellbar, welche Erlebnisse und Erfahrungen uns bis jetzt alle entgangen wären, würden wir da anders denken. Den größten Stress hatten wir zweifellos eher mit dem 10 und 14 Monate jungen Gemüse :-). Wobei selbst beim Anblick von Soa schon der hirnlose Ausspruch kam: Du hast dir ja schon wieder so'n alten Hund geholt!!! Unser schlimmes Kind war zum Zeitpunkt dieses hoch intelligenten Ausspruches noch nicht einmal 2 Jahre alt. Ja geht's denn noch???
Nun ja, hirnlos eben 
 
Tja, dieses unten abgebildete, fesche Secondhand-Sondermodell hüpft nun seit 8 Jahren fit und fröhlich bei uns rum. Das Bild wurde am 26.03., einen Tag nach ihrem 14. Geburtstag aufgenommen. Die Kulleraugen sind zwar mittlerweile etwas trüb geworden, die Öhrchen stehen zeitweise mehr oder weniger beabsichtigt auf Durchzug, aber die Duracell hält noch immer und das Würstchen hüpft und hüpft und hüpft. Wer sie während ihrer allabendlichen 5 Minuten, beim todesmutigen Zocken mit Ingo oder Soa, bei der Zielobjektsuche oder gar beim Longieren erlebt, kann es kaum fassen, dass da eine Omi zugange ist. Was wirklich seltsam ist: jeder fand sie bisher toll, süß, zum klauen niedlich, hach und überhaupt - egal in welchem Alter man sie kennenlernte. Aber als sie damals mit 6 Jahren aus ihrem Zuhause verbannt wurde, wollte sie keiner haben. Sie war ja schon soooo alt! Derweil haben etliche Neuzugänge aus den unterschiedlichsten Gründen diese gemeinsamen 8 Jahre nicht erleben dürfen. Also was bedeutet schon Alter oder Zeit? Alles ist relativ und unseren Pelzgesichtern sind derlei komische Überlegungen eh schnuppe!  

*hüpf*
Ein dreifach Hoch auf das unglaubliche Duracell-Würstchen!!! Möge es noch lange durch unser Leben hüpfen.

Montag, 18. Februar 2013

Hund von Welt

Es soll ja Hundehalter geben, vornehmlich weiblichen Geschlechts, die  augenscheinlich dem Wahn erlegen sind, Halsband um Halsband zu erstehen. Dabei denke ich natürlich nicht ganz speziell an eine einzelne Dame... neiiiiiiin... nicht doch, meine Liebe, Du bist damit nicht allein ;-)!!!

Nach umfangreichen Überlegungen erschließt sich mir langsam der Grund dieses "Ticks": Man kann sich einfach nicht an seinem pelzigen Hausgenossen satt sehen. Und damit man einen glaubwürdigen Vorwand hat, den unschlagbar niedlichen und unerreicht schönen Mitbewohner unentwegt verzückt und entrückt anzustarren, braucht es eben das ein oder andere Accessoire mit Alibifunktion. Damit  Hund nicht am Ende noch glaubt, irgendwas würde mit ihm nicht stimmen, weil man (oder besser Frau) den Blick nicht von ihm lassen kann . So gesehen wird dieses zierende Beiwerk zur unumgänglichen Notwendigkeit. Abwechslung in Form und Farbe sind dabei keinesfalls Schnickschnack, sondern absolutes Muss!

Somit dürfte klar sein: Der Hund von Welt braucht mehr als nur ein Halsband! Die zum Halsband des Tages passende Leine versteht sich dabei von selbst ;-)




Und wer wissen möchte, was ich so treibe, während ein Muskelfaserriss in meiner Mörderwade mich vorübergehend kampfunfähig gemacht hat:

https://picasaweb.google.com/pelzgesichterbande/Halsbandbastelwahn?authkey=Gv1sRgCNWykpf-_vjwFQ#

Ein Glück, dass die Bande von mir so einiges gewohnt ist und für meine Auswüchse an Kreativität vollstes Verständnis zeigt!

Und da es noch so unendlich viele schöne Borten, Knoten- und Flechtmuster gibt und zu allem Überfluss auch noch ein Buch über Lederflechtkunst darauf wartet, abgearbeitet zu werden, kann ich nur sagen:
to be continued...


Apropos Kreativität:




Letzte Woche hatten wir ein sehr witziges Fotoshooting anlässlich Geschenkebastelei für eine Silberhochzeit: 
Finja und Benji haben ihren Job super gut gemacht!!!


Gelernt ist halt gelernt - Das Würstchen beherrscht das Festhalten in Perfektion!
 

*Hach*... mein SCHATZ... ist sie nicht hinreißend? Natürlich ist sie das! Sie wollte unbedingt auch zeigen, was sie gelernt hat



Tags zuvor mussten natürlich zwei Testmodels zur Generalprobe herhalten *hust*:
 
 ... aber nein, aber nein... es gibt Sachen, die weiß ich zu verhindern ;-)

Dienstag, 11. September 2012

Führungspersönlichkeit

Mal in aller Kürze ein kleines Lebenszeichen. Uns allen geht's bestens und Euch hoffentlich auch!

Die Bande hält uns beständig auf Trab... haben wir ja nicht anders gewollt *gg*. Und so eilen die fuchsgesichtigen Damen jetzt mit mir zum Agitraining. Das Würstchen hält derweil den Rest der Bande in Schach ;-).

Mit nunmehr 13 Jahren stellt das Würstchen echte Führungsqualitäten unter Beweis *gg*
Weil Ihr auf  dem obigen Foto gar nicht sehen könnt, wie megacool sich das Hörnchen über diesen Hocker lehnt und es überhaupt eines der wenigen Soa-Bilder ohne Waschlappen ist, muss ich das hier natürlich unbedingt auch noch zeigen :-)
Die witzige Tussi-Leine kam heute taufrisch mit der Post von http://www.dami-dogfashion.de/ . Individuell für uns angefertigt, netter Kontakt, rattenschnelle Lieferung und prima Qualität. Danke, Nadine, für den Tipp!

Unsere Erfolge im Agi halten sich in Grenzen, aber Hauptsache das Outfit stimmt schon mal *grins*. Und das Eine steht eh außer Frage: unsere Hunde, und der bemerkenswerteste aller Kater, der unglaubliche Paul, sind die schönsten, intelligentesten, liebenswertesten, großartigsten und überhaupt allerbesten Pelzgesichter des Universums... so wie Euere hoffentlich auch ;-).

Übrigens - der schlaue Spruch des Tages:
"Selbst wenn Du einen Hund hast, der übers Wasser laufen kann, wird es noch Neider geben, die behaupten, er wäre lediglich wasserscheu!"   *gg*
In diesem Sinne... laßt es Euch gut gehen und genießt das Leben mit Eueren Lieben!

Tschüüüüüüüß *winke*

Freitag, 16. März 2012

Erwähnte ich schon...

... dass ich dieses Pelzgesicht abgöttisch liebe?

Sie ist schier unglaublich!

So wandlungsfähig *grins*
Mein Engel *hach*
"Hör auf mit dem Sch... und lass endlich meine Leckerlis rüberwachsen!"

Meine obercool grinsende Eisprinzessin

Mein Terrorfuchs - kein Wunder, denn das schlimme Kind nervt Rio gewaltig

Schneewante ;-)

Ich beobachte Euch schon lange - Ihr seid alle faul *gg*

Mein Supermodel
Heidi Klum? *Pffft*... kannste vergessen - hier kommt Rio!

Secret Service
My Sunshine

Meine Monsterbacke
Mein Traum auf 4 Pfoten *schwärm*
Mein Teufelsweib *lol*
Ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass die kleine Urgewalt sich jemals so traumhaft entwickeln würde. Sie folgt mir wie ein Schatten. Leine und Halsband sind überflüssig. Der wilden Hasenjagd hat sie abgeschworen und zeigt mir nur noch an wo Wild steht, um dann ihre Belohnung dafür abzuholen. Menschen, Hunde und selbst vorbei galoppierende Pferde lassen sie unterwegs völlig kalt. Und wo sie sich noch vor 2 Jahren in Panik kreischend ins Fell machte, lässt sie sich nun sogar von Besuch durchkrabbeln - auch wenn sie darauf sehr gut verzichten kann. Immerhin, sie erträgt es tapfer, solange ich nur bei ihr bin. Rio trägt mit Fug und Recht den Titel "Begleithund" - einen besseren könnte ich mir nicht wünschen!

Und wer nun in Anbetracht dieser hemmungslosen Liebeserklärung auf die Idee kommt, dass die anderen Pelzgesichter dabei ins Hintertreffen geraten, der sei unbesorgt. Den Rest der Bande liebe ich genauso - ohne Ausnahme - eben nur anders.

Mittwoch, 7. März 2012

Im Westen nichts Neues

Da mich verschiedene Reklamationen bezüglich einer Aktualisierung des Blogs erreichten, muss ich nun mal ein Lebenszeichen von uns auf die Datenautobahn schicken. Hätte ja nicht gedacht, dass das Wirken und Treiben der Pelzgesichterbande überhaupt auf Interesse stößt, freue mich aber wie blöd über die Resonanz :-).

Eigentlich ist seit meinem letzten Post nicht viel passiert... oder aber doch. Na ja, eigentlich ist alles wie immer - der ganz normale Wahnsinn eben. OK ich versuche mich mal in einer Kurzfassung:

Nach dem Funturnier in Ingelheim hatten wir noch drei weitere, wirklich schöne Funturniere, bei denen sich das schlimme Kind nach wie vor sehr verhalten verhielt aber dennoch stetig ein wenig verbesserte und ansatzweise sogar einmal einen Anflug von Arbeitseifer zeigte, mit dem ich wiederum gar nicht gerechnet hatte und somit, von ihrer unerwarteten Flippigkeit hoffnungslos überfordert, den Lauf verpatzte. Dafür fegte sie geschmeidig und fehlerfrei durch den Slalom. Bei allen anderen Starts (bis auf Ingelheim *hüstel*) wurde sie dort jedes Mal von plötzlicher Amnesie befallen. Dabei konnte sie sich überhaupt nicht erklären, warum die bunten Stangen plötzlich alle senkrecht standen und dann auch noch viele und so dicht beieinander. In Grünstadt legte sie im Slalom, angesichts zweier vorbei flanierender Hunde am Parcoursrand, eine Vollbremsung hin. Der Richter hob folgerichtig den Arm und wurde unverzüglich zur verdächtigen Person erklärt. "Iiiiieh, den kenn ich gar nicht und er hat sich bewegt *grusel*". Nach zwei weiteren Anläufen absolvierte sie dann den Slalom nur, weil ich ihr Geleitschutz vor dem unheimlichen Fremden versprach ;-). Nun denn *seufz*... andere Teams hatten halt andere Probleme und so stockt nun eine Tasse mit der Aufschrift "5. Platz" unseren Vorrat an Geschirr auf :-).

Bilder gibt's, Arno sei Dank, auch so einige:
Wintertraining bei TAVA
https://picasaweb.google.com/pelzgesichterbande/3WintertrainingTAVA06112011?authuser=0&authkey=Gv1sRgCIfqopOFnY--kQE&feat=directlink

Wintertraining in Grünstadt:
https://picasaweb.google.com/pelzgesichterbande/4WintertrainingGrunstadt13112011?authuser=0&authkey=Gv1sRgCN2I6vr-vYymoQE&feat=directlink

Ende Oktober fand beim SV Bischofsheim ein Agiturnier statt und so packten wir die Mädels ins Auto, um uns das anzuschauen und Soa dabei gleichzeit noch ein wenig mit dem Turniertrubel vertraut zu machen. Gleich bei Betreten des Platzes kam uns ein Tervuerenmädchen entgegen, das unschwer als Birla vom Gleibach zu identifizieren war... die Welt ist ja soooo klein *lach*. Birla hätten wir vor Rios Einzug gerne ein neues Zuhause gegeben, aber ihr heutiges Frauchen, Karin, war schneller. Glück für Birla, die sich nun nicht mit Ingo arrangieren muss und mit ihrem Frauchen offenbar sehr glücklich ist. Schön zu sehen, wie hübsch sie geworden ist. Eine sehr coole und super freundliche kleine Bärin :-). Die drei Damen verstanden sich auf Anhieb und Birla gesellte sich zu uns, als ob sie schon immer dazugehören würde. Und für einen kurzen Moment, während Karins Parcoursbegehung, war sie dann doch unser Hund *gg*. *Hach*... ich hätte sie glatt einpacken und mitnehmen können. Selbst Rio fand sie sympathisch und das will schon was heißen :-). Aber natürlich bereue ich es nicht wirklich, dass es damals mit Birla als Familienzuwachs nicht klappte, auch wenn ich damals sehr enttäuscht war. Rio und Soa wiegen das absolut auf :-).

Die wundersame Vermehrung der Fuchsgesichter. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Soa ein leidenschaftlicher Leinenrambo ist, Rio andere Hunde überflüssig findet und wir uns erst 5 Minuten zuvor kennengelernt hatten!

Birla, die zauberhafte "kleine Bärin", flirtet ohne Unterlass ganz ungeniert mit Arno

Tja und was unsere "Agikarriere" angeht... derzeit sind wir für 9 offizielle und ein Funturnier gemeldet. Auf unserer Leistungskarte ist noch endlos viel Platz für alle möglichen und unmöglichen Eintragungen und wir werden einfach zusehen, dass der Spaßfaktor bei den Starts überwiegt. Das Ergebnis ist mir derzeit total egal. Wenn Soa dabei feststellen sollte, dass ihr tatsächlich nichts passiert, haben wir schon gewonnen. Andernfalls hat Soa ja noch zahlreiche andere Interessen. Beim Mantrailing zeigt sie, mit viel Talent ausgestattet, einen unglaublichen Arbeitseifer und beim Bikejöring entwickelt sie sich zu einer Triebsau, die selbst Ingo in den Schatten stellt. Ein arbeitsloses Lotterleben wird sie, auch ohne Turniere, auf gar keinen Fall führen... we'll see.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Ich hasse ihn!

... Aber nein, doch nicht unseren LIEBEN Ingo, neiiiiiin, das könnte ich niemals nicht - jedenfalls nie länger als 2 Minuten pro Tag (oder je nach Tagesform pro Stunde *seufz*). Die Zeitabstände zeigen jedoch in letzter Zeit eine deutlich zunehmende Tendenz. Unser Master of Disaster wird doch nicht tatsächlich noch vernünftig werden *grübel*?

Nein, also der gute Ingo war dieses Mal wirklich nicht der Anlass :-)
Schaut Euch das Video an, dann werdet ihr's bestimmt verstehen und keine Sorge, es dauert auch gar nicht soooo lang. Und nein, ich trage keine weißen Kniestrümpfe *hmpf*. Übrigens: vielen lieben Dank, Ralf, fürs filmen!


Hm... hat ihn jemand gesehen, den Kontaktzonenfehler? Für alle im Agility nicht Bewanderten ein kleiner Auszug aus dem Reglement der FCI: "Auf der Schrägwand, der Wippe und dem Laufsteg hat der Hund jeweils die auf- und absteigende Kontaktzone (der farblich abgesetzte Bereich) mit einer Pfote mindestens jedoch einem Teil einer Pfote zu berühren." Na???
Das wäre er dann gewesen, unser erster Null-Fehler-Lauf zum Auftakt des Wintertrainings in Ingelheim. Aber, wie heißt es so schön: Shit Happens. Ich glaube ja sowieso an eine ausgleichende Gerechtigkeit. Bei einem anderen Turnier wird ganz gewiss ein Fehler meinerseits übersehen. Und letztendlich zählt eh nur das Eine: Soa überwand für einen kurzen Moment ihre Angst und präsentierte sich beinahe so wie sie tatsächlich ist. Sie hatte Spaß und darüber freue ich mich wie ein Schnitzel!!! Ihr Sinneswandel rührte aller Wahrscheinlichkeit auch davon, dass sie erst am Mittag, kurz vor unserem Einsatz, mit Arno auf den Platz kam und so noch locker, frech und fröhlich an den Start ging. Nach Möglichkeit machen wir das jetzt immer so. Auch wenn es nicht unbedingt zu meiner Entspannung beiträgt. Mich beschleicht dabei doch sehr das Gefühl, dass ich den Parcours ohne Hund absolvieren muss, weil er noch irgendwo im Stau steckt oder sich verfahren hat.

Leider hielt Soas Begeisterung nicht bis zum Jumping. Nachdem irgendein bekloppter Hund zähnefletschend an langer Leine aus seiner Box geschossen kam und ihr nur deshalb nicht mitten ins Gesicht biss, weil sie sich im letzten Moment noch durch einen verschreckten Satz retten konnte, vertrat sie wieder unumstößlich die Meinung, dass Agiturniere nicht nur gefährlich, sondern auch vollkommen überflüssig sind.

Dass immer wieder irgendwelche Zeitgenossen von der extrem sorglosen "Tut-Nix-Fraktion" ihre grantigen Hunde nahezu ungesichert auf die Umwelt loslassen, dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Selbiges fehlte allerdings auch der Besitzerin dieses Monsters, als mein Liebster noch mal einen Schritt auf sie zurück kam und ihr in klarem, bestimmtem Ton sagte: "Das nächste Mal gibt's `nen Tritt." Dass nicht der Hund diesen Tritt verdient hätte, muss ich an der Stelle nicht extra erwähnen. So manch einer könnte sich diesen auf einem Agiturnier wohlverdient für seinen Allerwertesten abholen! Ob schon einmal jemand drüber nachgedacht hat, dass ein Hund genau wegen solch verkannter Tut-Nixe und der oftmals fehlenden Umsicht seines Zweibeiners so geworden ist? Ich habe kein Problem mit Hunden, die nicht gut mit Artgenossen können oder auch, aus oftmals nur allzu verständlichen Gründen, Menschen nicht besonders mögen. Das Rattenhörnchen gehört schließlich selbst zu den Tut-Nixen und mimt oft genug aus reiner Unsicherheit die Riesengroße und schrecklich Böse. Ich würde mir lediglich wünschen, dass man mit solchen Hunden etwas sorgsamer umgehen würde. Das würde sicherlich auch Linus so unterschreiben. Dem Ärmsten und bis dato sehr gutmütigen Jungrüden wurde bei einem Funturnier von so einem Tut-Nix, der unverhofft an langer Leine meterweit aus dem Zelt geprescht kam, die Lefze durchlöchert. Etwas mehr Umsicht könnte wirklich nicht schaden. Es würde bei ängstlichen und unsicheren Hunden wesentlich zur Entspannung beitragen und nicht zuletzt auch diesen Leinenrambos selbst zugute kommen, wenn sie sich ein wenig mehr auf ihre Menschen verlassen dürften. Genauso wünsche ich mir, dass nicht auf jedem Turnierplatz irgendwo ein Dauerkläffer am Parcours steht (am besten noch direkt am Slalom *Augen roll*) oder gar eine ganze Gruppe mit ihren wild spielenden und bellenden Hunden mal eben so just for fun im Startbereich rum kaspert. Es wird beim Wunsch bleiben... *seufz*. Und deshalb arbeitet Soa auch fleißig daran, in dieser Hinsicht etwas stressresistenter zu werden. Erste Erfolge konnten wir schon verbuchen, auch wenn das Hörnchen von einem gelassenen Hundeleben noch Lichtjahre entfernt ist.

In Sachen Wintertraining muss ich aber dennoch ganz klar sagen: Veranstalter, Organisatoren sowie alle (und damit meine ich ausnahmslos alle) großen und kleinen Helferlein haben Großartiges geleistet und alle 4 Etappen dieses Rhein-Nahe-Herbst-Cups zu einem vollen Erfolg gemacht. Ein ganz fettes DANKESCHÖN dafür!!!
*hüstel*... und da ich auch dem netten aber doch leicht fehlsichtigen Hobbyrichter nichts Böses wünsche (nein, nicht wirklich *grins*), so wünsche ich ihm doch, dass ihn sein Weg vielleicht mal ganz zufällig zu einem bekannten Optik-Discounter führt, wo man ihm mit einem Schnäppchen zum ultimativen Durchblick verhilft. Soa hatte im A-Lauf eine, für ihre Verhältnisse, ganz fantastische und fehlerfreie Leistung gezeigt, was nach ihrer bisherigen Turnierphobie nahezu bahnbrechend war. Dass unterm Strich durch den ominösen Zonenfehler noch unser Gesamtergebnis versaut wurde, ist dabei für mich überhaupt nicht von Belang. Und natürlich hasse ich den freundlichen Herrn nicht (jedenfalls nicht länger als gelegentlich auch Ingo). Er kann ja nichts dafür, wenn er mal die ein oder andere Fehlentscheidung trifft - auch bei der eigenen Mannschaft... da nur anders rum *gg*. Das musste ich einfach loswerden, auch auf die Gefahr hin, dass ich da nicht mehr hin darf *lach*. Und wenn schon das halbe Team dieser Mannschaft bei anderen Etappen, mit Videoaufnahmen bewaffnet, den Richter bestürmt um einen 3. Fehler zu reklamieren, dann werden sie das, denke ich, auch verkraften können ;-). Oben zitiertes Reglement besagt ja auch, dass Richterentscheidungen unwiderrufliche Tatsachenentscheidungen sind. Das ist gut und richtig so und ich akzeptiere ja auch jede noch so seltsame Entscheidung, anstatt auf dem Turnierplatz wilde Diskussionen mit dem scheinbar mehr oder weniger Unparteiischen zu führen, Punkt. Aber wenn jemand meinem tapferen Hörnchen bei endlich einmal guter Leistung einen Fehler unterjubelt, dann tut mir das echt weh und ich nehme das in der Tat sehr persönlich. Meinen Unmut und Enttäuschung im Nachhinein darüber zu äußern, ist dann halt MEINE ganz  ureigenste Tatsachenentscheidung!



Dies soll aber in keinster Weise die Leistung der anderen Teams schmälern. An den Treppchenplätzen gab es nicht das Geringste zu rütteln. Man muss neidlos anerkennen, dass die platzierten Teams durchweg schöne Läufe zeigten und ohne jeden Zweifel überaus verdient gewannen!
Und nächstes Jahr absolviert eben Ingo das Wintertraing. Mal sehen, ob sich da jemand traut, den Arm hochzustrecken *gg*. Der Dicke wird es mit 100%iger Sicherheit verstehen, das Motto "Agility is Fun" ganz in seinem Sinne zu interpretieren. Und... ehrlich, der tut auch nix... *totlach*.

Donnerstag, 24. November 2011

Wenn man von Blödheit wachsen würde...

... dann könnte sicher so manch ein Zeitgenosse auf Knien aus der Dachrinne saufen. Sauer? Ich??? JAWOHL, ich bin stinksauer!!! Warum? Weil die Unendlichkeit der menschlichen Dummheit auf diesem Planeten weitaus sicherer ist, als die des Universums. Der alte Einstein war sich dessen nicht so sicher - ich dagegen schon. Wie ich zu dieser Erkenntnis komme? Man sieht und erlebt es tagtäglich und da jetzt zum wiederholten Mal eines unserer Pelzgesichter Opfer jener fortschreitenden Hirnerweichung geworden ist, platzt mir einfach wieder der Kragen.

Was zum Teufel ist daran so schwer, eine leere Glasflasche mit nach Hause zu nehmen, anstatt sie in die Landschaft zu klatschen? Bei mir wächst der Wunsch, eine solche Umweltsau, auf frischer Tat ertappt, mit seinen vermeintlich "wertvollsten" Bestandteilen voran, schwungvoll mitten in sein Werk hinein zu setzen.

Ich komme mir schon vor wie eine Mitarbeiterin der Müllabfuhr, wenn ich mit Stofftasche bewaffnet, alle möglichen Glasreste auf unserer Gassirunde einsammele, nur damit nicht wieder einer unserer Vierbeiner verletzt wird. Leider übersehe ich noch genügend Scherben, die irgendwo in Wiese, Feld oder am Wegrand liegen. Nachdem Ingo schon reichlich Erfahrung mit solch scharfen und unberechenbaren Gegnern gesammelt hat, musste dann gestern unsere junge Wilde Bekanntschaft damit machen. Sie stand auf einmal, mit angehobener rechter Vorderpfote, heftig blutend vor mir. Also Ende der Vorstellung, ab Nachhause, kurze Wundreinigung in der Dusche, Desinfektion und ab in die Tierarztpraxis*), in der wir in letzter Zeit eh schon Dauergast sind *seufz*. Soa hatte sich eine dicke Scheibe vom Daumenballen abgeschnitten, trägt nun einen unförmigen Verband und ist vorerst krank geschrieben. Na toll, davon hält sie selbst natürlich am allerwenigsten und deshalb wird sie ihren Unmut auch ganz sicher lautstark äußern, wenn wir am 03. Dezember bei unserer kleinen Vereinsmeisterschaft nur als Zuschauer dabei sein werden. Wirklich Schade, auch wenn wir mit dem Ausgang des Turniers ohnehin nicht viel zu tun gehabt hätten. Spaß hätte das Hörnchen auf dem eigenen Platz ganz bestimmt gehabt 

*)= An dieser Stelle sollte ich doch mal erklären, dass es sich bei der netten Dame, die mit dem ungefähr baugleichen Tervueren-Modell, Ciska, A3-Agiturniere läuft, nicht um meine Freundin handelt! Nicht dass ich sie nicht mögen würde - ganz im Gegenteil! Ich hab sie mir schließlich ausgesucht und unsere Pelzgesichter lieben sie. Aber sie nimmt jedes Mal Geld, wenn wir sie besuchen! Sie ist unsere Tierärztin und seit Soas Agilityaktivitäten auch geschätzte Vereinskameradin (oder wie immer man das bezeichnet) *gg*. Über die Grüße, die sie mir vom Belgier-Herbsttreffen mitgebracht hatte, hab ich mich dennoch sehr gefreut!!!

Mir ein Rätsel, dass manch einer Probleme hat, mehr als einen Hund zu fotografieren. Bei uns ist es fast unmöglich, nur einen einzigen vor der Kamera zu haben. Rio wollte um jeden Preis mit aufs Bild. Die anderen Beiden quengelten derweil voller Ungeduld auf ihren Plätzen rum. Was für eine fotogeile Bande... *lach*.
Was heute auch gruselig war: am Mittag fand ich unseren Kater mit dicker, kahl rasierter und lädierter Backe, fix und fertig schlafend in seinem Körbchen!!!  Noch gestern konnte ich lediglich ahnen, dass unserem dicken Paul etwas fehlt. Zwar war von seiner gewichtigen Persönlichkeit weit und breit keine Spur, dafür hatte er aber eine deutliche Botschaft hinterlassen: Der ganze Hauswirtschaftsraum, samt Schlafkörbchen und Waschmaschine war voll gekotzt! Heute muss dann irgendeiner seiner zahlreichen Bediensteten mit ihm beim Tierarzt gewesen sein, in dem festen Glauben, es handele sich um seinen höchst persönlichen Hauskater. Ich habe ja nichts dagegen, dass sich jemand um ein verletztes oder krankes Tier kümmert, im Gegenteil, aber wenn unser Kater zum Tierarzt muss, dann wüsste ich das ja doch nur zu gerne. Ein Telefonat mit seinen "Paten" (die einzig legitimen Paul-Gastgeber und Gönner) brachte in dieser Angelegenheit leider auch kein Licht ins Dunkel.

Paul beehrt, wie schon einmal erwähnt, regelmäßig verschiedene Haushalte mit seiner Anwesenheit. Scheinbar glaubt fast jeder dieser "Gastgeber", ihm wäre ein Kater zugelaufen und rennt mit ihm zum Tierarzt zum checken, impfen und was weiß ich was. Alljährlich plagt er sich auch mit eitrigen Hautläsionen, weil ihm wieder jemand eine Flohampulle verpasst hat, auf die er hoch allergisch reagiert. Dabei sieht er mit seinen propperen 9kg und seinem Tattoo im Ohr weiß Gott nicht unterernährt und heimatlos aus. Garantiert hat er mittlerweile auch mehr als einen Mikrochip. Kaum einer denkt dabei daran, dass diese vereinnahmende Sympathie für Paul nicht nur Vorteile hat. Das vielfältige und zweifellos auch gut gemeinte Überangebot an Futter- und Schlafplätzen verhindert, dass wir ihn regelmäßig zu Gesicht bekommen und somit leider keinerlei Kontrolle mehr über sein Befinden haben. Ganz nebenbei ist dieses permanente Zuviel an Leckereien dem Streben nach einem sportlich durchtrainierten Kater-Astralkörper auch nicht gerade zuträglich *gg*.  Wie dem auch sein, im Moment hab ich nicht die geringste Ahnung, ob oder auch welche Medikamente unser Kater bekommt, bei welchem Tierarzt er überhaupt war, wie die weitere Behandlung aussehen soll und so weiter. Aber wem sag ich das eigentlich?
Ansonsten gibt es natürlich aus den vergangenen Wochen und Monaten vom Leben und Wirken der Pelzgesichterbande noch einiges zu berichten... demnächst in diesem Theater.

Dienstag, 8. November 2011

Montag, 12. September 2011

Fox on the Run

So denn... das Equipment fürs Radeln von http://uwe-radant.com/SeiteBikejoering.html ist da. Keine Frage, es wurde ohne Umschweife zusammen geschraubt, eingeweiht und von allen Beteiligten für gut befunden. Seitdem gibt es schon beim Anblick der Zuggeschirre kein Halten mehr und Ingos begeistertes Gegröle ist in der gesamten Nachbarschaft nicht mehr zu überhören. Endlich auspowern bis zum Abwinken... sofern das Rattenhörnchen endlich aufhört, wie ein Irrwisch zu kreiseln und dabei in die Zugleine zu beißen *seufz*.

Der Dicke zieht, wie erwartet, nach anfänglicher Euphorie doch lieber eine beschaulichere Fortbewegungsart vor. Für ihn hat der Begriff "Team" eine etwas andere, durchaus praktische Bewandnis: "Toll,-ein-anderer-macht's". Und so überlässt er meist der kleinen Wilden gerne die Zugarbeit und joggt locker beschwingt neben ihr her. Dabei hält er die gleiche Geschwindigkeit, so dass beide meist gleichmäßig auf Kopfhöhe laufen. Nur mit dem Unterschied, dass bei ihm die Zugleine locker bleibt, wogegen Soa in den Riemen hängt wie ein Galeerensträfling.

Bei aller Rennerei bestimmen trotzdem die Hunde das Tempo und wenn Ingo eine Schnüffel- oder Pinkelpause anordnet, wird dem natürlich unverzüglich Folge geleistet. Auch wenn das zunehmend seltener passiert.

Der Anblick von Kaninchen oder auch von verdächtig daher kommenden Joggern (solche, die beim Anblick der Verrückten verschreckt zu joggen aufhören *lol*) animiert die Beiden zum verschärften Durchstarten. Beim bergauf fahren durchaus praktisch, denn in die Pedale zu treten wird dabei zur Nebensache ;-). Das Erstaunlichste daran aber ist, dass die begehrten Motivationsobjekte bei Erreichen trotzdem zügig passiert werden und augenblicklich der Vergangenheit angehören. Vorwärts scheint für Beide die einzig praktikable Option zu sein, alles andere finden sie uninteressant. Und so hat selbst Rüpelrüde Ingo schon den einen oder anderen Hund am Wegrand passiert ohne eine seiner sonst so berühmt-berüchtigten Theaterveranstaltungen zu inszenieren!

Um einen kleinen Eindruck von dem Szenario zu vermitteln, wurde von Arno kurzerhand eine Kamera auf den Fahrradlenker montiert. Das Ergebnis ist diese kurze Zusammenfassung eines ca. 6 km langen Berg- und Tal-Trips.

Der Vollständigkeit halber: im Vorspann heißt es im Original "made by Arno"! Das wird von der verkleinerten Version glatt unterschlagen. Was ich auch sehr schade finde ist, dass sogar die vorbei hoppelnden Kaninchen der starken Komprimierung zum Opfer gefallen und daher überhaupt nicht zu erkennen sind :-(.

... und wenn sie nicht gestorben sind, dann flitzen sie noch heute :-).

Auf die Verwendung der dem Set beiliegenden "Neckline" (eine kurze Verbindungsleine von Halsband zu Halsband, damit die Hund dicht nebeneinander laufen) wurde bewußt verzichtet. Die Beiden schätzen etwas mehr Bewegungsfreiheit und allzu viel Nähe ist ihnen unangenehm. Schließlich soll das Ganze ja in erster Linie Spaß machen :-). Und weil genau das tatsächlich der Fall ist, wurde gleich auch das zweite Mountainbike mit einer Zugvorrichtung ausgestattet. Es ist damit auch möglich, beide Hunde getrennt anzuspannen. So muss Soa sich nicht ständig genötigt fühlen, ihr fehlendes Kampfgewicht im Gespann durch Wahnsinn auszugleichen. Im Alleingang kann sie einfach ihrem ureigensten, überschäumenden und überaus fröhlichen Belgiertemperament freien Lauf lassen und dabei (natürlich in Begleitung der frei laufenden Rio) noch so manche Zusatzrunde drehen ;-).

Fehlt nur noch eine Fahrradhalterung fürs Auto, um auch entfernt gelegenes, möglichst pfoten- und gelenkfreundliches Terrain zu erobern. Aber allem voran muss unbedingt ein Fahrradkorb her, damit auch die kleine Sky im Rahmen ihrer nun leider doch altersbedingt etwas eingeschränkten Möglichkeiten mitmischen kann. So ausgestattet dürfte dann ausgedehnten Spaßtouren mit der Pelzgesichterbande nichts mehr im Weg stehen.

Sonntag, 7. August 2011

Ben Hur war gestern

Wie der geneigte Blogleser sicher noch in Erinnerung hat, am 12.06. wurde auf unser schlimmes Kind geschossen! In welcher Absicht auch immer - ich will's überhaupt nicht wissen. Tatsache ist, dass schießwütige Vollpfosten, jederzeit irgendwo im Gestrüpp lauern können, die nur darauf warten, dass ein Haustier auch nur den Anschein erweckt, zu jagen. Als jagend wird laut Landesjagdgesetz schon ein Hund bezeichnet, der mit tiefer Nase stöbert, was Hunde ja bekanntlich schon seit Anbeginn ihrer Erfindung auch so machen, nur um "Zeitung zu lesen"!!! Dieses "Vergehen" berechtigt zwar längst nicht jedes Halbhirn mit Waffe in der Hand, den Vollstrecker zu spielen, hilft dem Hund selbst aber recht wenig, wenn dies dennoch geschieht.

Für alle, die es ganz genau wissen möchten - ich fürchte allerdings, dass die wenigsten Grünröcke dieses Gesetz wirklich kennen, geschweige denn verstehen oder gar des Lesens überhaupt nicht mächtig sind:

Solchen Subjekten gar noch zu erklären, dass Soa nicht jagt sondern hütet und sogar bei verunfallten Mäusen Erste-Hilfe-Maßnahmen einleitet, versuche ich erst gar nicht. Schon gar nicht, nachdem etwa 10km von uns entfernt ein pflichtbewusster Waidmann in der Dunkelheit in einem schnaubenden Pferd ein Wildschwein zu erkennen glaubte und dieses in putativer Notwehr erschoss. Mir wurde von den Herren ja schon hinreichend erklärt, dass unsere Mädels doch ohne weiteres mit einem Fuchs verwechselt werden könnten. Ich bin zwar nach wie vor der festen Überzeugung, dass ganz sicher keine 18kg schweren Füchse mit gelben Warnwesten umherstreifen oder gar reflektierende Brustgeschirre oder bunte Halsbänder tragen, aber die Sache mit dem Pferd zeigt wieder einmal, dass nichts unmöglich ist.

Also bleibt das Rattenhörnchen in gefährdeten Bereichen vorerst an der langen Leine. Damit dennoch ihrem ausgeprägten Bewegungsdrang Rechnung getragen wird, muss Ingo als Motivationsobjekt herhalten. Soa läuft in Hundegesellschaft einfach viel lieber und da auch der Master of Disaster gerne einmal irgendwelchen Pelztieren nachstellt und (aus gutem Grund) eh meist an der Leine bleibt, werden somit zwei Fliegen mit einer Klatsche geplättet. Offensichtlich bleibt der Spaß auch nicht auf der Strecke, wenn nun mit vereinten Kräften der Chef durch die Landschaft geschleppt wird :-).

Ben Hur war gestern - heute ist Pelzgesichter-Jöring angesagt. So macht die tägliche Bewegung an der frischen Luft richtig Laune ;-)

Selbst der eher lauffaule Ingo legt sich mächtig ins Zeug

Völlig losgelöst
Sandra vom BARF-Shop Wallertheim war so lieb, uns ihren Tretroller zum testen auszuleihen. Ein dickes Dankeschön dafür! Ein Höllenteil, das einfach nur Laune macht! Die Hunde waren anschließend völlig geplättet aber glücklich. Schade nur, dass es bei uns so viel Berg und Tal gibt. Auf Dauer ist das für die Hunde dann doch zu schwer. Trotzdem werden wir weiter am Rädchen drehen und dazu aufs Fahrrad steigen. Rio läuft als Animateur frei vorne weg und freut sich, dass sie vom hütenden Rattenhörnchen verschont bleibt. Die Befreiung ist ihr überdeutlich anzusehen. Fehlt nur noch, dass sie ihrer, in den Riemen hängenden, chancenlosen Verfolgerin lange Nasen dreht oder gar hämisch grinsend die Mittelkralle zeigt *lol*. Natürlich sind die Brustgeschirre dabei nur eine Notlösung. Die passenden Zuggeschirre und -leinen mitsamt Bikeantenne sind schon bestellt und per Mountainbike werden dann auch überwiegend unbefestigte Wege unsicher gemacht.

So kann das Kind sich auspowern ohne gleich dem Jagdschutz *würg* zum Opfer zu fallen. Ich für meinen Teil setze jedenfalls verschärft darauf, dass rotbraune Pelzgesichter, die ein Fahrrad hinter sich her schleifen, NICHT kurzerhand zum höchst verdächtigen, womöglich gar gefährlich erkrankten Fuchs erklärt und erschossen werden *Stoßgebet zum Himmel schick: "Oh Herr, lass Hirn regnen"*.

Auf Soa hatte das Zugtraining bis jetzt durchweg positive Effekte: ihre Hühnerbrust verbreitert sich zusehends und mit jedem zurückgelegten Kilometer wird sie ausgeglichener, kooperativer und cooler (*räusper*... ich sollte auch Roller ziehen). Zum ersten Mal fand sie beim Rollern (mit frei laufender Rio und selbstverständlich OHNE Ingo... *hust*) den kläffenden Jack-Russel, Paul, am Straßenrand völlig uninteressant und auch Fußgänger wurden ignoriert. Wir konnten sogar schon ein Agitraining ohne grantiges Gekläff absolvieren, was allerdings auch an dem klein geschnippelten Grillfleisch oder der Leberwursttube in meiner Tasche gelegen haben mag *gg*.

Egal, etwas davon tat seine Wirkung und sicherheitshalber werden wir nichts davon streichen. Und so konnte auch die erste kontrollierbare Hundebegegnung im Freilauf unter Erfolg verbucht werden! Beim Anblick von Russelmädchen "Sally" war Soa aus vollem Sprint abrufbar!!! Beim anschließenden gemeinsamen Spaziergang kamen beide Hunde, nach rasantem 20m-Kaninchenfitnesstraining, auf nur einmaliges Rufen zurück - Wunder über Wunder! OK, zugegeben, Rufen ist etwas untertrieben, es war eher ein Urschrei, was jedoch den Erfolg keineswegs schmälert. Die artige Sally hatte in diesem Moment zwar einen überaus positiven Einfluss, aber gute Vorbilder waren ihr bis dato auch immer völlig schnuppe.

Fazit: Nur ein müder Hund ist ein guter Hund.  Und: die Hoffnung stirbt wie immer zuletzt. Irgendwann wird auch das schlimme Kind ein wohlerzogener Begleithund für alle Lebenslagen sein. Ganz bestimmt, oder Soa?



Soa???


SOOOAAAAAA!!!!!!!



*seufz*