Mittwoch, 15. September 2010

Surfin` Soa

Gestern war so ein Tag, an dem ich am besten im Bett geblieben wäre... wenn nur die Pläne der Terroristenbande nicht gänzlich anders ausgesehen hätten.


Es fing an mit unserer ersten, kurzen Gassirunde. Wir liefen quer durch den riesigen Stoppelacker, der direkt hinterm Haus beginnt... die Füchse wie immer frei laufend, da sie ja bei Wild mittlerweile vorbildlich abrufbar sind und das Feld über mehrere hundert Meter freie Sicht gewährt. Soa flippt beim rausgehen immer völlig aus, dreht immer wieder Runden um dann wieder kläffend frontal auf ihre Kollegen zuzuschießen und sie zur Eile anzutreiben. Zwischendurch verleiht sie ihrem Vorhaben Nachdruck, indem sie entweder in Ingos Leine beißt und daran zerrt oder in die Leinen, die über meiner Schulter hängen... hin und wieder beißt sie aber auch daneben... *autsch*. Bei allen Beteiligten, außer Soa, stößt dieses Verhalten auf extrem wenig Begeisterung. Um diese Frechheiten halbwegs in Bahnen zu lenken, steckte ich ihr gestern einfach ein Spieltau in die vorlaute Klappe, was auch prima funktionierte. ... bis zu dem Zeitpunkt als das schlimme Kind, plötzlich und ohne erkennbare Vorwarnung, gut gelaunt und fröhlich, mitsamt Spieli von dannen schoss. Es war weit und breit nichts, aber auch überhaupt nichts zu sehen. Dann tauchte, in einer Entfernung von mindestens 300m, an einer Weggabelung ein Joggerpaar auf. Sie verhielten sich sehr cool. Beide sind uns Gott sein Dank als Hundeliebhaber bekannt und blieben auch völlig unbehelligt. Die Göre lief nur bis etwa 5 Meter an sie ran, scannte sie von oben bis unten ab, befand sie für ziemlich uninteressant und machte sich im wahrsten Sinne des Wortes wieder vom Acker, hin zur anderen Seite wo wir inzwischen unsere Spielwiese erreicht hatten. Wieder mal so ein überflüssiger Zwischenfall, der rein darauf zurückzuführen ist, dass ich das kleine Ungeheuer (mal wieder... *grummel*) falsch eingeschätzt habe. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass sie SO WEIT davon stürmt, nur weil sie irgendwo irgendwas hört. Sie ist dabei nicht etwa aggressiv, nein, sie ist - halt eben ganz Mädchen - dabei von reiner Neugier getrieben. Da solche unkontrollierten Ausflüge aber gefährlich sind und auf BEIDEN Seiten zu Missverständnissen führen können, geht sowas natürlich überhaupt gar nicht. Nur blöd, wenn man in Sachen Erziehung immer wieder an so krassen Fehleinschätzungen scheitert. Komischerweise ist ein Rückruf bei Auftauchen von Spaziergängern in einer Entfernung von 10 bis 20 m gar kein Problem, auch nicht wenn ein Hund dabei ist. Sogar von flüchtendem Wild ist sie abrufbar. Das mag wohl daran liegen, dass sie auf kurze Distanz ihr Gegenüber erkennt und einschätzen kann, was ihre Neugier einfach befriedigt und gut ist. Alles was weiter weg ist, bedarf nach ihrer Auffassung einfach einer eingehenderen Inspektion. Dieses Verhalten scheint aber in der Familie zu liegen. Rio fühlte sich bis vor knapp einem Jahr auch noch zum Fernaufklärer berufen, legte das aber ganz ohne mein Zutun völlig ab. Da ich das aber nicht dem Zufall überlassen will und vor allem auch keine Spaziergänger auf dem Gewissen haben möchte, die vielleicht vor Schreck tot umfallen, ist es nun mein Job, ihr zu erklären, dass diese Art Vorsorgeuntersuchung nicht notwendig ist... *grübel*... Da werde ich mir wohl noch ein gutes Argument einfallen lassen müssen, damit mich nicht zukünftig zwei Psychos an der Leine durch die Landschaft zerren.

Ach ja... und das Spieltau blieb natürlich während ihrer Inspektionstour irgendwo auf der Strecke. Es wurde aber wieder gefunden, Ingo sei Dank! So ist der Master of Disaster doch wenigstens als Spielzeugrettungshund zu gebrauchen.


Mittags war wieder etwas Garten-Agility angesagt. Die Wippe wurde entsichert und wir starteten unsere Übung. Soa hatte mittlerweile sichtlich Spaß daran und lief ohne zu zögern je 2-mal von beiden Seiten über das vorher so unheimliche Gerät. Alles völlig easy und deshalb wurde dann auch die Konstruktion um weitere 5 cm erhöht und der nächste Durchgang startete. Als Soa den Scheitelpunkt überquerte, hörte ich plötzlich nur noch ein Scheppern und Rattern und sah meinen Hund auf einem völlig losgelösten Brett stehend an mir vorbei surfen. Die beiden Nägel waren aus dem untergelegten Holzklotz gerissen und so folgte das Brett samt Hund einfach der Schwerkraft. Meine Knie wurden weich, mein Magen sackte mindestens bis in die Kniekehlen ab und mein Herz kam mit Sicherheit kurzzeitig zum Stillstand. Üble Gedanken schossen mir durch's blutleere Hirn, Wut über mich selbst... das war's... mein Hund hat sich zu Tode erschreckt... ich hab's endgültig versaut... nie wieder Agility. Nachdem eine gefühlte Ewigkeit später endlich die ganze Konstellation nach einer Rutschpartie von etwa 1,5 Metern krachend zum halten kam, lief Soa fröhlich weiter zu ihrer Kontaktzone, setzte sich wie nach Lehrbuch hin und schaute sich fragend nach mir um. "Na? Wo bleibt jetzt mein Leckerli???" Bis dahin stand ich noch immer völlig perplex mit extrem dümmlichem Gesichtsausdruck in der Mitte der zusammengebrochenen Wippe, beeilte mich dann aber doch, meinen obergenialen Hund, unter dem Kommando TAK mit sämtlichen verfügbaren Leckerchen voll zu stopfen. Das Training war sehr kurz. Ob es für surfin' Soa auch erfolgreich war, wird erst der heutige Trainingsabend zeigen.  

Am Nachmittag lernte Soa dann eine neue Lektion:
Beim Verlassen des Grundstücks, wie gewohnt hibbelig, ging sie Rio wieder mächtig auf den Sender. Diese blieb trotzdem cool und versuchte die Frechheiten so gut wie möglich zu ignorieren. Als sie aber ihr Spieli verfolgte und dabei von Soa von der Seite gerammt wurde, war das Maß endgültig voll. Sie nahm sich die Göre zur Brust und erklärte ihr auf Hundeart, kurz aber zackig, dass ein solches Verhalten wirklich nicht erwünscht ist. Dass Ingo mit seinem Ball weit genug vom Ort des Geschehens entfernt lag, war dabei von großem Vorteil. Er mischt sich bei solchen Auseinandersetzungen immer ein  ohne selbst einen Durchblick zu haben, was die Sache meist unnötig verkompliziert. Dieses Mal hatte Rio endlich die Gelegenheit, Soa ihren Standpunkt zu erklären und nun kann ich Spielis durch die Gegend werfen und die Hunde nach Belieben der Reihe nach los schicken, ohne dass dabei einer aus dem Fell gerammt wird. Seit dieser Lektion kann Soa "Platz und Bleib" obwohl ein Spieli durch die Luft fliegt und Rio oder Ingo hinterher *gg*. Sie rennt erst los wenn sie an der Reihe ist. Woll'n wir hoffen, dass es auch so bleibt.

An dieser Stelle muss ich nun doch mal ein Loblied auf unser Würstchen singen: Sky, du bist einfach ein Schatz!!! So cool, so brav, so folgsam, so absolut unproblematisch, immer gut gelaunt, für jeden Spaß zu haben und trotzdem so bescheiden, so zurückhaltend, so geduldig, so vollkommen unauffällig... kurzum DER perfekte Hund, ...der leider auch aufgrund all dieser Unauffälligkeiten viel zu oft ins Hintertreffen gerät. *Extrawürstchen ins arme, vernachlässigte Würstchen schieb*.
So, genug gelobt, ab jetzt... ins Körbchen!

Montag, 13. September 2010

Houston, wir haben ein Problem!

Nachdem Soa im Agilitytraining sehr schnell Fortschritte machte und zusehends mehr Selbstbewusstsein an den Tag legte, kam es beim letzten Training wie es kommen musste: DER herbe Rückschritt:

Sie war zu Trainingsbeginn schon sehr aufgedreht und unkonzentriert, ständig am rumhüpfen. Auch ließ sie sich von Amy zu einer Sprintrunde animieren und blendete mein Rufen dabei völlig aus *grummel*. Bei den Übungen kam ich mir vor, als hätte ich einen Vollgummifellsack an meiner Seite. Bei den Durchgängen legte sie wieder eine Geschwindigkeit an den Tag, dass ich nun entweder gezwungen bin, endlich wieder mit dem Lauftraining zu beginnen oder mir ein portables Sauerstoffzelt zu besorgen. Während unser Trainer kurze Manöverkritik übte (natürlich NICHT an Soa - die kann das!!!), machte sich das schlimme Kind dauernd selbstständig und hüpfte alleine durch den Parcours, durch Tunnel, über Hürden und durch den Sacktunnel. Anschließend stand sie wieder zwischen uns mit einem Oberlehrerblick, der jeder Beschreibung spottete. Ich kam mir sooooo unfähig vor *heul*.

Im letzten Trainingsteil hatten wir dann den ersten (und dieses Mal auch geplanten) Kontakt mit der Wippe. Beim ersten Durchgang schien dieses Wackelding kaum ein Problem darzustellen. Aber offenbar hatte es mehr Eindruck hinterlassen als anfangs erkennbar war und meine allzeit fröhliche Begleiterin avancierte zum Jammerlappen der Nation! Auf jeden Fall waren alle erdenklichen Überzeugungs- oder Bestechungsversuche vergebens. Soa zog alle Register um dieses merkwürdige Gerät nicht mehr mit allen Vieren betreten zu müssen und blieb ständig mit mindestens einer Pfote auf dem Boden. Die Stunde war gelaufen und ich musste abbrechen. Also... *hmpf*... so wird das nix mit dem Wunderkind im Agility. Vielleicht sollten wir uns doch besser zum Mutter-Kind-Turnen anmelden... oder zum Töpfern für frustrierte Hausfrauen... *schnauf*.

Nee, nee... ein schrecklicher Gedanke... das geht natürlich gar nicht. Das widerspricht ja in jeder Hinsicht unserem Motto:


Also wurde am Wochenende ein wenig gebastelt, was genauer gesagt bedeutet, der Chef des Hauses wurde genötigt zu basteln ;-). Und das tat er auch... und zwar sehr genial!!! Nun steht im Garten eine kleine Übungswippe. Die olle Baudiele ist zwar ziemlich marode aber dennoch erfüllt das gewagte Bauwerk seinen Zweck. UUUUUND... es klappt - was auch sonst *gg*! Wir begannen unsere Übung mit einem sehr flachen, nur auf einem Rundholz liegenden Brett... ein Klacks... *pffff*. Ein paar Wiederholungen und knapp ein Pfund Leckerlis später, erhöhten wir das Gebilde durch Unterlegen mit einer Fallschutzplatte um etwa 5cm. Wenig später kam eine zweite Platte darunter und nach einer weiteren handvoll Platinum und zahllosen Käsewürfelchen, lag dann das Brett auf einem Baumstamm von etwa 35cm Durchmesser. Alles kein Problem für die Göre... sie kann es kaum erwarten, das Brett zum wippen zu bringen um auf der Kontaktzone ihre Belohnung zu kassieren. Das Brett wurde heute mit einer weiteren Gummiplatte auf 40cm erhöht, womit wir noch etwa 20cm von den sportlichen Turnierabmessungen entfernt sind.

Und so können wir nun an Houston melden: Das Problem ist eliminiert und wir freuen uns - wie immer - auf unser nächstes Training! *hähä*... JAAAAA, ihr Lieben, zieht euch warm an... Soa is coming!


Ach ja... und natürlich will ich die obligatorischen Beweisfotos nicht schuldig bleiben... auch wenn diese, da mit Selbstauslöser geknipst, nicht weniger abenteuerlich anmuten als die Konstuktion unserer Anfängerwippe. Also sach mir jetzt bloß keiner was über unpassende Schärfeverläufe, kippende Bilder oder sonstigen Pillepallekram, ne?! Immerhin sieht man auch, dass die Leckerchen VOM HUND verkonsumiert werden... auch wenn sich beim Anblick dieses dürren Fellbündels mit dem ein wenig aus den Fugen geratenen Frauchen ein ganz anderer Verdacht aufdrängt:

"Uuuuund... WIPPEEE!...

... Laaaangsaaam (ein völlig neues Wort für die Boden-Luft-Rakete *lach*), ...
... geh auf  TAK! ...

... Na geht doch... SUUUPER, PRIIIIIIMA, GUTES KIND!!!"

Samstag, 28. August 2010

Pubertierende Göre!

Wollen wir mal inständig hoffen, dass es sich hier nicht um Flegel-JAHRE sondern allenfalls um ein paar rüpelige Wochen handelt. Ingos Flegeljahre halten ja nun schon seit 5 Jahren an und an ein Ende ist noch lange nicht zu denken.

Bei unserer Gassirunde kommen wir an ein paar Strohballen vorbei, auf denen Sky immer ihre Flugkünste unter Beweis stellt - gegen "Bezahlung" versteht sich. Soa betrachtete nun das Geschehen mit großem Interesse, wusste aber noch nicht, wie sie diese schwindelnden Höhen erreichen könnte. Nachdem wir unseren Weg fortgesetzt hatten und die Strohballen schon lange außer Sichtweite waren, machte die Göre einfach urplötzlich kehrt und verschwand dorthin zurück, alles Rufen, Locken und schließlich auch striktes Verbot ausblendend *grummel*. Es war das erste Mal, dass sie sich so hartnäckig alleine auf und davon machte. Mir blieb nur noch, mich auf die Verfolgung zu machen. Letztendlich fand ich sie zwischen den Ballen sitzend, mit verständnislosem, fragendem Blick... "Und WAS soll da jetzt dran interessant sein? Los, erklär mir das... JETZT!" Da die Erklärung allerdings nicht zu ihrer vollen Zufriedenheit ausfiel, machte sie sich erneut noch zweimal auf die Socken, um den Ort zu erkunden. Nur noch die Leine konnte einen 4. Abrückversuch verhindern. 

Fly into the Sky... oder eher fly Sky... oder Skyfly... öm... wie nun?

Einen Tag später, nachdem Rio auf einem kleinen Heuballen die Vorturnerin gab, wußte auch Soa, wie man mit einem Satz selbst auf diese Riesenballen von 1,80m kommt. Sie springt inzwischen aus dem Stand zwischen zwei Ballen hoch. Ob sie das soll ist für sie dabei nicht von Belang. Ihr ist es völlig egal, dass junge Hunde nicht so hoch springen sollen und das Gehopse macht ihr offensichtlich großen Spaß, was sie auch wieder beim Agitraining unter Beweis stellte. Als alle Kursteilnehmer sich dran machten, den Steg auf hundekindgerechte Höhe zu verstellen, sprang sie, von unseren Bemühungen hellauf begeistert, auf dieses ihr bisher unbekannte Gerät. Schließlich war das DIE Gelegenheit, diesen so beschäftigten wie wehrlosen Zweibeinern einmal gründlich das Gesicht zu waschen. Von einem Unfall auf der Wippe konnte ich sie im allerletzten Augenblick noch bewahren. Sie stürmte beim Verlassen des Platzes begeistert darauf ohne zu ahnen, dass dieses Ding kippt. Glücklicherweise reagierte sie noch auf dem Scheitelpunkt auf mein Nein und sprang gerade noch rechtzeitig ab. Puh, das hätte schwer in die Hose gehen können!

Eine andere, leider auch recht peinliche Einlage lieferte gleichzeitig einen Einblick in die Abgründe menschlicher Dummheit:
Wir trafen bei unserer Hunderunde eine liebe Bekannte in Begleitung von Sally, eine sehr  temperamentvolle aber wohlerzogene Jack-Russel-Hündin. Die Hunde machten sich kurz bekannt und durften dann ohne Leine drauf los spielen.
Plötzlich waren in dem für Privatfahrzeuge weiträumig gesperrten Gebiet Autos zu hören, die in einiger Entfernung stoppten. Ein paar Touristen stiegen aus. Ich achtete noch nicht besonders auf sie, da ich gar nicht erst daran dachte, dass unser schlimmes Kind sich so weit davon machen könnte. Warum sollte sie auch? Schließlich war Sally da und SEHR interessant. Nun, es gibt nichts, was nicht noch interessanter sein könnte... zumindest bis es eingehend untersucht wurde. Kaum waren die Touris von ihr wahrgenommen, schon machte sich mit Siebenmeilensätzen auf, diese willkommen zu heißen *args*. Den dämlichen Spruch "die tut nix, die will nur spielen" sollte man sich in solchen Situationen besser sparen. NEIN, es war einfach nur peinlich. 

Keine Frage, nein, es gehört sich nicht, dass ein Hund auf fremde Menschen zustürmt. Und nein, es gehört sich auch nicht, dass dieses 17kg "schwere" Knochengerüst auf Rufe des Halters in keinster Weise reagiert... *seufz*. Eine soooo unberechenbare, potentielle Killermaschine, die gegen alle Gebote der Landeshundeverordnung verstößt, gehört zweifelsfrei an die Leine, weil sie eine Gefahr für die Umwelt und nicht zuletzt auch für sich selbst darstellt. Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa... *Zähne knirsch*. Aber, du meine Güte, wie blöd kann man eigentlich sein??? Nahm doch die Mutter die beiden Kinder bei den Händen und schleifte sie in kopfloser Flucht zum Auto zurück rennend hinter sich her. Schon meine Oma hatte mir vor mehr als 4 Jahrzehnten beigebracht, stehen zu bleiben wenn ein Hund sich nähert. Und das obwohl es zu dieser Zeit weder Hundeflüsterer, noch amtliche Unfallverhütungsvorschriften, geschweige denn Landeshundeverordnungen gab! Oh mein Gott, wie konnte ich nur ohne das alles so alt werden? Soa fand die Showeinlage dieser Zweibeiner nur recht erheiternd, hüpfte noch ein paar Sätze hinterher und kam dann zufrieden zurück. Ihre grenzenlose Neugier war gestillt, hatte sie doch gesehen, was sie sehen wollte. Die Kinder indes hatten ihre Lektion fürs Leben ganz sicher gelernt: "Wenn ein Hund kommt, renn was das Zeug hält!" So ist die Chance dann wenigstens am größten, gebissen zu werden um dann Schmerzensgeld zu kassieren... oder was??? ABER, um es nochmals ganz klar und deutlich zu sagen: natürlich war es meine Schuld, natürlich tut es mir furchtbar leid, ganz besonders wegen der Kinder und natürlich DARF so etwas nicht noch mal passieren. Punkt!

Trotz einiger Pleiten, Pech und Pannen habe ich das Gefühl, die Kleine wird immer cooler. Neuerdings werden sogar Besucher, die sie vorher nur als unerhörte Eindringlinge empfand, euphorisch begrüßt. Auch auf dem Hundeplatz hat sie jegliche Scheu abgelegt... leider auch zu Lasten ihres Gehorsams *hmpf*. Aber auch das werden wir noch hinbekommen. Die Fortschritte unseres hochbegabten, schlimmen Kindes sind auf jeden Fall nicht zu übersehen.

Samstag, 24. Juli 2010

Sommer, Sonne, Sonnenschein

Hurra, "Es" schwimmt!!!
Eigentlich ein Wunder, denn nach unseren bisherigen Ausflügen ans Wasser wollte ich die Hoffnung schon aufgeben. Einmal stürmte sie Rio hinterher bis ans andere Ufer, wo sie dann verzweifelt fiepend hin und her rannte und sich nicht mehr in die etwa 10-15cm hohen "Fluten" traute.
Beim letzten Mal war Ingo der Verfolgte. Dieser schwimmt zwar auch nicht unbedingt gerne, aber um ein Spielzeug oder einen schnöden Stock vorm Ertrinken zu retten tut er es dennoch hin und wieder, wenn auch ohne große Begeisterung. Da Soa ihn in Sachen Spielzeugrettung ja unbedingt immer überholen will, gab sie auch diesmal wieder ordentlich Gas und landete unversehens in tieferen Gewässern ohne zu merken, dass ihr beim Rennen der Boden unter den Puschelfüßen fehlte. So bewegte sie sich schwimmend fort und landete ein wenig verblüfft auf der anderen Seite. Scheinbar war nun der Groschen gefallen und sie machte sich ohne zu zögern genau so wieder schwimmend auf den Rückweg. Trotzdem scheint Wasser nicht gerade ihr liebstes Element zu sein, aber wer braucht auch schon einen permanent klitschnassen Hund, der sich jederzeit Hals über Kopf in die gruseligsten Substanzen stürzt, die auch nur annähernd nach Flüssigkeit aussehen? Och nö.

Kleines Seeungeheuer

Wasserwürstchen

Der Schrecken (nicht nur) des Amazonas, das Ingokodil
So kann unser Hundsvolk nun zu 75% zumindest als gelegentlich schwimmwillig deklariert werden. Dass generell eine Schwimmfähigkeit zu 100% besteht, daran fehlt es bei Rio noch an Einsicht, weshalb ihre Willigkeit in dieser Hinsicht noch immer bei Null liegt. Daher beschränkt sie sich lieber darauf, in seichteren Regionen imaginäre Wassergeister zu jagen. Sie scheucht sie auf, indem sie mit der Pfote auf die Wasseroberfläche patscht und die so aufspritzenden Geister durch Ankreischen zum Zerplatzen bringt. Sie kann dieses Spiel ohne Ende treiben. Offenbar mit Erfolg, denn wir wurden unter ihrem Schutz, beim Schwimmen bisher noch von keinem einzigen Geist behelligt, danke Rio... *Augen roll*.
Da uns wie auch allen anderen diese Jagd auf den Geist mächtig auf denselben geht, habe ich nun den Versuch gestartet, ihr Gekreische soweit möglich zu unterbinden, was zeitweise auch funktioniert. Man muss es ihr nur gelegentlich noch mal erklären *nerv*. Sie ist ja nicht begriffsstutzig, nur will sie vor ihren erklärten Erzfeinden nicht einfach so klein beigeben und macht ihnen ihrerseits klar, dass sie noch immer da ist und aufpasst. Dazu schaut sie sich still nach allen Seiten um, bevor sie ihnen erneut mit der Pfote eins überbrät und unter Berücksichtigung des Kreischverbotes dann leise drohend ihrem Opfer etwas vorgurgelt um sich dann anschließend mit enorm wichtiger Miene erneut nach allen Seiten umzuschauen. Ihr Getue sieht dabei so grotesk aus, dass man beim Schwimmen schon achtgeben muss, nicht vor lachen abzusaufen.

Ghostbuster @ work: "rrrrrrrrrrrrr"

Was tut man nicht alles für eine passable Fotoperspektive *seufz*. Da setzt man sich mit der hochheiligen Ausrüstung bis unter die Achseln in den Fluß, nur um eine gute Schußposition zu erhalten und was machen diese ausgeflippten Fellsäcke??? Nein, sie führen nicht etwa ein höchst fotogenes Wasserballett auf, um endlich DAS Foto des Jahres zu liefern... nee, nee, nee... sie werden von einem Kuschelanfall übermannt und stürzen sich alle gleichzeitig mit irrem Blick auf die wehrlose, im Wasser herum dümpelnde Knipse, die krampfhaft bemüht ist, mit einer Hand die Kamera aus dem Wasser zu halten während sie mit der anderen darum kämpft, sich die klitschnasse, drängelnde und sich zu allem Überfluß auch noch schüttelnde Bande vom Leib zu halten. Soa schießt dabei wieder den Vogel ab... sie beißt ja nur allzu gerne in planlos herum fuchtelnde Arme. Insgesamt also ein recht hoffnungsloses Unterfangen... aber außerordentlich erfrischend... ha ha haaaa *hmpf*.

Gestern hat mich unser hochgegabtes, schlimmes Kind wieder mal verblüfft. Ich war mit den Mädels unterwegs und wir übten zwischendurch einige Male "Sitz und Bleib". Keine Frage, sie hat die Übung blitzschnell kapiert und weiß sehr genau was damit gemeint ist. Trotzdem kam sie kurz bevor ich sie abrufen wollte, angeschossen wie ein geölter Blitz. Auf halber Strecke machte sie eine Kehrtwendung, düste mit gleichem Elan zum Ausgangspunkt zurück und setzte sich wieder zwischen die anderen beiden, brav wartenden Damen. Dabei beschleicht mich irgendwie so ein leises Gefühl, dass Soa einfach eigene kleine Varianten einbaut, damit keine Langeweile aufkommt. So auch im Agility-Training: Die Steilwand wurde als neues Element eingefügt - im ersten Anlauf überhaupt kein Problem. Das Gerät wurde mehrmals sauber gemeistert. Auf den Kontaktzonen blieb sie jedesmal vorbildlich stehen. Dann beschloss die kleine Göre plötzlich, auf dem Scheitelpunkt zu stoppen, umzudrehen um dann genau so vorbildlich auf der Kontaktzone stehend ihr Leckerchen einzufordern. Ihr freches Fuchsgesicht spricht dabei Bände. Ich bin gespannt was ihr im Laufe unseres Zusammenlebens noch so alles in Sachen artgerechter Haltung und Erziehung ihrer Menschen einfällt.

Dienstag, 13. Juli 2010

Alles halb so wild


Dass ich die ganze Erdbeersaison über nur sage und schreibe 4 verkrüppelte, sauere Früchte abbekommen habe, das kann ich ja noch verzeihen.
Dass die alten Gardinen samt Seilspanngarnitur so langsam ausgedient haben, das sehe ich ja ein.
Dass die schnurlosen Telefone ständig eingesaut irgendwo rum liegen, daran hab ich mich ja auch gewöhnt.
Dass man mich in frisch angezogenen Klamotten nach spätestens 10 Minuten kaum noch von einem Clochard unterscheiden kann, wundert nicht einmal mehr die Nachbarn.
Dass ich ständig nasse, glibberige Finger habe… nun ja… es gibt ja Wasser und Seife :-/
Dass mir mindestens 5 mal am Tag, sogar treppauf oder abwärts, ein Bein gestellt wird… ich lerne langsam besser damit umzugehen – es schult die Körperbeherrschung.
Dass ich, wenn ich nach viel zu kurzen 3 Stunden herrlicher Geburtstagsparty Nachhause komme, besser zuerst Licht mache bevor ich barfuss durch die Wohnung laufe, das gebietet alleine schon der gesunde Menschenverstand *börgs*.
Dass ich ständig blaue Flecken und irgendwelche unerklärlichen Macken an Armen und Beinen habe, damit werde ich wohl leben müssen.
Dass ich keinen einzigen Morgen mehr ausschlafen kann, weil ich schon zu den unchristlichsten Zeiten aus dem Bett gemobbt werde… zugegeben, ICH HASSE ES, aber das ist auch alles noch einigermaßen zu verkraften *grrrr*.
Dass nichts mehr so ist wie's mal war, das haben wir uns ja selbst so ausgesucht... Alles halb so wild...

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... *seufz*...


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... Aber dass Du mir jetzt auch noch den Mann ausspannst, das geht doch entschieden zu weit!!!

*blblblbl*... ätsch... MEINER!

Wer ich? Warum ich das mache? Na weil ich's kann :-)

Liebe besteht nicht darin, dass man einander anschaut, sondern dass man gemeinsam in dieselbe Richtung blickt.  (Antoine de Saint-Exupery)
Oder auch kurz 'Die Luftraumbeobachter' :-)

*lach*... wie könnte ich dieser unmöglichen, frechen, kleinen Ratte nur böse sein... äm... mit 'Ratte' meine ich natürlich nur und ausschließlich dieses langnasige Pelzgesicht ;-)

Unsere letzte Nachtruhe wurde urplötzlich um 04:00 Uhr jäh unterbrochen, weil wir von einem markerschütternden, alles durchdringenden Schrei geweckt, Beide schlotternd senkrecht auf der Matratze standen. Der Schock war so groß, dass wir ein Herzversagen nur unter Aufbietung aller verbliebenen Reserven gerade noch so umgehen konnten. Hellwach, mit pizzatellergroßen Augen und pochenden Schläfen versuchten wir unsere Sinne zu sortieren. Hätte uns im Tiefschlaf jemand mit einer Trillerpfeife direkt ins Ohr getrötet, könnte der Effekt nicht schlimmer sein. Soa hatte einen Albtraum. Wahrscheinlich fand sie sich in ihrem früheren Leben wieder einsam und verlassen in ihrem Käfig und schrie ihre Verzweiflung hinaus in die Welt, die das nicht im Geringsten zu interessieren schien.
Armes, kleines Füchslein... aber um Haaresbreite hätte man nach diesem Schocker wieder einmal eine dieser Notfall-Anzeigen beim Tierschutz lesen können: 4 Hunde und 2 Katzen suchen ein neues Zuhause, da Herrchen und Frauchen unter bisher ungeklärten Umständen einem Doppelherzversagen erlagen. *Puh*... ist ja noch mal gut gegangen, auch wenn dieser Schocker zumindest bei mir die Lebenserwartung um wenigstens 5 Jahre verkürzt hat... und meine Nacht war gelaufen :-/
Unser Füchslein hingegen, vom eigenen Schrei aus dem schlimmen Traum geweckt, streckte kurz die dürren Glieder, ließ einen tiefen, erleichterten Seufzer vernehmen und murmelte zufrieden weiter :-).


Dienstag, 6. Juli 2010

Happy Birthday, kleine Rockerbraut!



Unsere Kleine ist heute 1 Jahr alt geworden. Herzlichen Glückwunsch, kleine Rockerbraut! Schön dass Du da bist, und dass Du so bist wie Du bist... bleib so *knuuuuutsch* :-). Ich hab das Gefühl, Du wirst stündlich besser. Wow... was für eine rasante Entwicklung. Vor noch nicht mal 2 Monaten war noch kein Sitz für 1 Sekunde drin und nun schaut Euch die junge Dame an... göttlich, oder :-)? Und dabei musste es Rio, die "große Schwester" noch nicht einmal vormachen.

Es gratulieren auch ganz artig die anderen Blumenkinder ;-):

Grande Dame, Rio. Ihr steht einfach alles *lach*,...

... das Würstchen, Sky, auch wenn die Beinchen unter der Last der Blumenpracht NOCH kürzer werden ;-)...

... und last but not least, the Master of Disaster, the incredible Ingo *lol*. Sieht er nicht allerliebst aus *gg*? Aber seid versichert, er trübt noch immer JEDES Wässerchen!

Die Miezekatzen, Paul und Selina, distanzieren sich ausdrücklich von derartigen Peinlichkeiten und ziehen es vor, ihre Glückwünsche aus sicherer Entfernung los zu werden ;-).

... Und natürlich gibt's zum Geburtstag an Stelle dieses Grünzeugs auch 'ne dicke Wurst für alle :-).

Und nun: PAAAAARTY!!!

Donnerstag, 1. Juli 2010

Flowerpower

Nachdem mir die liebe Kathrin nebst Kötis aus der herrlich verrückten Fotocommunity mit ihrer umwerfenden Collage:
www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/1222578/display/21616003 meine, durch die tollen Geburtstagspartyfotos aus Rümpel, ohnehin schon lange Nase noch viel länger gemacht hatte, mussten wir unbedingt probieren, welche Wirkung ein Kränzchen aus Maggikraut und Lavendel auf so unterschiedlichen Pelzhäuptern entfaltet... *totlach*. Nun ja... die Universalgröße war nun nicht so der Bringer... wir arbeiten dran ;-). 
Die Krönung ist natürlich Newcomerin Passoa. Sie entwickelt sich zum Topmodel. Und wie diese eben sind, mal abgesehen von den langen Beinen unter spindeldürrem Knochengestell, entwickelt sie auch ihre Starallüren. Sie ist unermesslich gierig. Die Aussicht auf ihre Gage lässt sie jegliche Beherrschung vergessen... man beachte den Sabberfaden, der nach Anklicken der Collage nicht mehr zu übersehen ist!!! OK, da ihre äußere Erscheinung noch eher etwas mit einem Haut- und Fellständer zu tun hat als mit einem athletisch gebauten Schutz- und Gebrauchshund, kann man ihr das gerade noch so verzeihen ;-).

Rios Mimik dagegen, verdeutlicht sehr anschaulich, wie ein Model aus der Wäsche guckt, dem die Erhöhung der Gage wegen Figurproblemen verweigert wurde.

*Pah*... nehmt das SOFORT weg, ich streike!!!

Tja, und angesichts des folgenden exzentrischen Divengehabes würde die Klum höchstwahrscheinlich auf der Stelle kollabieren; entstieg doch dieses offensichtlich hoffnungslos unterernährte Schrumpfmodel tatsächlich seinem Designeroutfit und schickte sich an, es zu vertilgen. Irgendjemand muss ihr gesteckt haben, dass es sich dabei um allseits beliebte Küchenkräuter handelt.
Eigentlich ja nicht zu glauben, aber der Einzige, der seinen Job ohne Beanstandung durchzog, war Ingo, ansonsten immer DER Master of Disaster, der noch immer seinesgleichen sucht... und hoffentlich niemals finden wird *grusel*! Er trug die nicht gerade männliche Verzierung mit Würde und machte beste Miene zum sinnfreien Spiel. Eben doch ein echter Vollprofi im Modelbusiness :-). Er war aber auch der Einzige, auf dessen nicht nur sprichwörtlichen Dickkopf das Blümchending so richtig passte.

Was sonst noch geschah... hm... *grübel*... nichts was eine Schlagzeile in der Boulevardpresse nach sich ziehen würde. Heute war Soa, unser schlimmes Kind, zum ersten Mal für 1 1/2 Stunden mit der Bande alleine, ohne die Zeit in ihrem Knast absitzen zu müssen. Meine Zahnarztsitzung verlief dementsprechend spannend. Beim nachhause kommen rechnete ich schon mit schlimmsten Verwüstungen. Ingos exzessive Zerstörungsorgien sind mir dabei noch immer in allerbester Erinnerung. Aber, oh Wunder, nichts war zerfleddert! Nur, dass ihr das Alleinebleiben gewaltig stinkt, hatte sie anschaulich untermauert, was beim Betreten des Hauses dann auch zu riechen und kurz darauf auch nicht mehr zu übersehen war... *Augen verdreh*. Demnächst also doch wieder Knast *grummel*!

Am Abend war wieder Hundeschule angesagt - Agility for absolut Beginners :-). Ich werde das Gedöns mit den Wendungen und den ganzen suspekten Bezeichnungen dafür wahrscheinlich nie kapieren und bestelle mir jetzt das T-Shirt "Ich bin lahm... aber mein Hund ist klasse!"