Freitag, 22. Oktober 2010

Achtung Tervueren! ...

... Fehlendes Kampfgewicht wird durch Wahnsinn ersetzt!!!

Heute mal ein Versuch, durch ein kleines Video einen Eindruck von unserem fröhlichen Tervueren-Weibsvolk zu vermitteln. Aber Vorsicht, der Schein trügt... in Wahrheit sind die noch viel närrischer *gg*. Äh... *hüstel*... was da so Mausgraues mit den Pelzgesichtern durch den Garten tappt, bitte ich mal geflissentlich zu ignorieren.
 
... to be continued *gg*!

Ach ja... unser Gassenslalom (mit Hilfsbögen) stand für das gestrige Filmchen auf 5cm. Heute sind wir bei 0cm (in Worten: "NULL"!!!) angelangt und es klappt... *ganz doll freu*. Beide Mädels haben es ratzfatz kapiert. Die sind einfach nur genial... eben doch einfach Belgier! 

Natürlich sind wir bei unserem Garten-Agi Lichtjahre von einer ordentlichen Ausführung entfernt. Bevor jetzt aber ein Perfektionsfreak etwa Gefahr läuft, sich ins Höschen zu machen... an dieser Stelle könnte ich jetzt auch sagen "siehe unten". Aber gut, ich wiederhole mich hier gerne, weil ich es mir selbst gar nicht oft genug ins Gedächtnis rufen kann, wenn sie mich mit ihrer überdrehten Art doch hin und wieder zur Verzweiflung treibt *gg*: Erstens ist das Ganze nur ein Spiel unter dem Motto "Agility is Fun", oder nicht? Und zweitens: Soa ist erst seit Mai bei uns und hatte bis dato in den ersten 10 Monaten ihres Lebens nicht das Geringste gelernt. Sie ist noch immer dabei, das wahre Hundeleben zu entdecken und sie genießt es. Ich gönn' es ihr von Herzen und bin im übrigen sowieso der Meinung, dass ein Hund mit gerade mal 15 Monaten noch längst nicht perfekt funktionieren muss... was man ja ohnehin von keinem Lebewesen erwarten sollte. ... oder aber, kurz gesagt, siehe unten!
Rio ist krass. Sie lernt eh nur just for fun und während Soa total auf den Parcours brennt und sich schon alleine durch dessen Freigabe hinreichend belohnt fühlt, tritt Rio nach jedem Hindernis augenblicklich in den Tarifstreik um einen neuen Vorschuss für den nächsten Hüpfer auszuhandeln... sehr kluges Mädchen!
Übrigens:
Ich mach jetzt mal'n bissl Werbung... *Trommelwirbel*... proudly presenting... *tatatataaaaa*:
Für Fans der Pelzgesichterbande... und natürlich auch solche, die es werden wollen, gibt es nun einen 2-Jahres-Kalender 2011/2012 unter anderem mit Fotos von Sky (dem Würstchen), dem schrecklichen Ingo, Grande Dame Rio, Soa (dem schlimmen Kind) und noch ein paar anderen Schönheiten, natürlich auch noch von anderen Hobbyfotografen.

Der Kalender im DIN A4-Format kostet 12,90€ wovon 2€ der Tiertafel Deutschland e.V. zugute kommen. 12 Fotos und das Titelbild 2012 stammen aus meinem schwarzen Kästchen und ich freue mich darüber wie Bolle. Das Druckwerk ist richtig, richtig schön geworden - auch wenn sich ein kleiner Dreckfuhler eingeschlichen hat: das Bild Mai/2012 ist nicht von mir... aber trotzdem ganz schön ;-)

Wer die Tiertafel unterstützen und dabei gleichzeitig die Wand mit Pelzgesichtern verzieren möchte, kann den Kalender hier bestellen:
Wer nicht mag, hat hier trotzdem die Möglichkeit ihn zu bewundern... oder auch nicht *grins*:

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Schlecht gesprungen,...

 ... viel geguckt,
eine kleine Maus verschluckt.
Wippe ist nicht meine Welt,
Wertungsrichter angebellt.

Hürdenstangen meist gerissen,
dafür an den Steg gesch… ,
Slalomstangen nicht sortiert,
toten Maulwurf exhumiert.

Hundeführer voll genarrt,
hinterm Viadukt gescharrt.
Reifen zweimal angekaut,
hinter Hase abgehaut.

Bin der liebste Hund von allen,
beim Agi leider durchgefallen.

So oder so ähnlich könnte unser erstes Turnier laufen. Aber schließlich heißt es ja "Agility is Fun" und Soa hat sichtlich Spaß ohne Ende... also was will Frau mehr? Danke, Frauke, für dieses niedliche Gedicht!!!

Das gestrige Training verlief unerwartet gut. Unsere kleine Granate war doch tatsächlich mal daran interessiert, was ich wollte... na ja, bis auf ein paar kleine Ausrutscher wie zum Beispiel den Kontaktzonenaufgang am Steg übersprungen, am Ende des Stegs kreuz und quer rumgedopst und am Tisch die Landeklappen ein wenig zu spät ausgefahren. Ich will nicht meckern. Als sie im Mai, mit 10 Monaten, bei uns einzog, konnte von einem Miteinander noch überhaupt keine Rede sein. Sie kannte (gelegentlich) gerade mal ihren Namen. Alles, aber auch alles war interessant für sie und ein Ausbüchsen allemal wert. Gestern blieb sie sogar auf dem Tisch sitzen, als hinter ihr ein fremder Hund über den Platz ging... wow... *in völlig verfrühten Jubel ausbrech*!!!

Bemerkenswert finde ich, dass sie gestern beim Agi ihr Spieltau als Belohnung wieder mit Begeisterung angenommen hat. Am Samstag im Vielseitigkeitskurs wollte sie davon plötzlich nichts mehr wissen. Ich denke, das heißt nichts anderes als "Hey, dafür hab ich jetzt keine Zeit. Ich muss aufpassen, was hier abgeht." Im Agi vertragen sich die Hunde ganz gut. Keiner pöbelt und die Stimmung ist entspannt. So kann man denn auch mal ein kleines Tauziehen riskieren.

Die abschließende Spielrunde - was für unseren Hütefreak nichts anderes ist als Shepherds sortieren - hätte für ihren Geschmack etwas flotter sein dürfen. Ihre "Schäfchen" wollten nicht mehr so recht in Bewegung kommen. Den richtigen Überblick hatte sie dieses Mal allerdings nicht. Jacks Bruder, Eliott, war neu dabei und offensichtlich bei Soa noch nicht im Programm vorgesehen. Er wurde beim Hüten schlichtweg vergessen. *Tztztz*... so geht das aber nicht. Was soll das denn erst bei 400 Schafen werden? Wobei ich mir sicher bin, dass sie bei einer Schafherde ausschließlich die völlig entnervten Hütehunde umkreisen würde.


Zuhause beim Garten-Agi dürfen natürlich alle mitmachen. Und tatsächlich sind auch alle mit Eifer dabei... sogar Ingo. Nur eben jeder nach seinen Möglichkeiten. Rio und Ingo haben dabei die Wippe ersatzlos aus ihrem Programm gestrichen und beide springen auch lieber über kleine Ausleger. Dafür laufen die drei "Großen" einen tadellosen Gassenslalom, der nun mittlerweile auf 20cm steht. Soa findet dabei schon den richtigen Eingang aus fast allen Winkeln. Ingo muss sich in der engen Gasse bereits ganz schön biegen, was ihn aber nicht abschreckt. Schließlich winkt ja am Ende Fleischwurst. Neulich war er so mit dem Slalom beschäftigt, dass er tatsächlich überhaupt keine Zeit hatte für den Hund, der an unserem Zaun entlang lief!!! Eigentlich unmöglich... *staun*... Wunder geschehen doch noch hin und wieder! Rio findet das Gerät zwar überflüssig, absolviert es aber zügig und fehlerfrei, nur um mir einen Gefallen zu tun... *hach*... MEIN Hund... *schwärm*. Das Würstchen sieht meist den Slalom vor lauter Stangen nicht, hüpft fröhlich und planlos drin herum, besinnt sich dann aber doch darauf, dass es nur Wurst gibt, wenn man sauber bis zum Ende durch läuft. Die Wippe findet sie lustig... furchtloses kleines Kamikaze-Wursti! Was bei allen mittlerweile prima klappt, ist das Warten bis sie an der Reihe sind. Das alleine und die Konzentration auf mich, ist mir in dem Fall auch das Wichtigste.

Aufgepasst ihr Drei, ich zeig euch jetzt wie's geht!
 

Öööy... habt ihr `ne Ahnung, wie eng das hier ist?!
  

Wieso eng? Das Ding ist RIESIG!

Macht kein Theater... einfach durch und gut is!!! Wo bleibt die Fleischwurst?


Dienstag, 28. September 2010

Unerklärliche Phänomene

Eines dieser Phänomene ist, dass Soa beim Agitraining grundsätzlich ihren ganz eigenen Parcours läuft, völlig unabhängig von meinem. Na ja, auf die ganz nüchterne Erklärung dieses Rätsels komme ich noch gerade so auch ohne die Unterstützung eines Meisterdetektivs. MEIN Parcours ist ihr schlichtweg zu langsam, zu kurz und zu langweilig. Mal sehen ob wir uns in diesem Leben noch irgendwie einigen können, wer Richtung und Tempo vorgibt. Beim gestrigen Training trat dieses seltsame Phänomen allerdings bei allen Hunden in Erscheinung!

Das Eine steht aber fest: für den heutigen Fall sollte das FBI eine neue X-Akte anlegen!

Als unser Terrorkommando mich heute Morgen mal wieder erfolgreich aus dem Bett genötigt hatte, sah ich im vorbei gehen im Büro einen Gegenstand auf der Hundematte liegen. Merkwürdig, da bei uns niemals irgendwelche Spielsachen zur freien Verfügung rumliegen. Ich ging also näher und dabei entpuppte sich dieses Ding als meine Cappuccinotasse, die ich am Vortag - noch halb voll - auf dem Schreibtisch hatte stehen lassen. Da stand sie nun auf der Matte, umgedreht mit der Öffnung nach unten, sorgfältig gespült und völlig unversehrt .  So, und nun erklär mir doch bitte mal einer,
- A: wie es sein kann, dass die riesige Steinguttasse den etwa 2 Meter weiten Weg dorthin geschafft hatte???
- B: warum es weder auf dem Schreibtisch noch unmittelbar davor Kaffeeflecken gab??? Gut OK, für ganz Spitzfindige: es gab auch keine Cappuccinoflecken!
und C: wie die Tasse diesen Umzug überhaupt überleben konnte???
Punkt D, wieso die Tasse blitzblank gespült war und E, sich nur noch ganz wenige, bereits getrocknete Flecken auf den Fliesen vor dem Hundeteppich befanden, kann ich mir gerade noch selbst zusammen reimen, zumal die Hauptverdächtige eine etwas unruhige Nacht hatte.

Im Haus befanden sich zum fraglichen Zeitpunkt nur das Hundsvolk, 2 Miezen und ich. Ich bekomme im Schlaf meistens mehr mit als die Pelzgesichter. Hätte die schwere Tasse einen Sturz auf die Fliesen heil überstanden ohne auch nur den kleinsten Fleck zu hinterlassen, dann hätte ich zumindest das Scheppern gehört.

Tja, ich kann mir beim besten Willen keinen Reim drauf machen. Nun sind wohl Scully und Mulder gefragt... oder vielleicht Monk? Ob die Öffentlichkeit es je erfahren wird?

Die Länge des Waschlappens nimmt proportional zu den Flausen im Kopf zu!
Ingo ist hier nur zum Teil zu sehen. Besser gesagt, das Stroh, das aus seinem Kopf quillt, diente hier als dekorative Unterlage. Ja, und sein Waschlappen? Der Herr lag der Länge nach drauf! *Seufz...*

Freitag, 17. September 2010

Long Way 2 Go

Ob unsere Experimente mit der Wippe den gewünschten Erfolg gebracht haben, konnten wir beim Training nicht ausprobieren. Nach einigen kleinen Durchgängen über Hürdenausleger und durch den Tunnel war Soa von meinem (nicht vorhandenen) Führungsstil derart entnervt, dass die Konzentration stark gegen Null ging. Sie hatte schlichtweg keine Lust mehr und erklärte unsere Zusammenarbeit für beendet. Somit hätte eine Arbeit an der Wippe höchstens schief gehen können. Sie wollte nur noch eins: ihre Kollegen hüten! Das tat sie dann auch in der abschließenden Spielrunde. Allerdings trug sie dabei ihr Spieltau in der vorlauten Klappe, was sie zwar nicht am Kläffen, aber wenigstens am Zupacken hinderte :-).

Was das Training angeht, vor allem die ungeliebten Wechsel, so wird es wohl noch ein laaaaaanger, langer, langer Weg werden... vor allem für mich, denn der Hund hat's schon in den Genen ;-). Vielleicht sollte ich die nächsten Stunden ohne Hund absolvieren, um das hochbegabte Kind nicht noch mehr zu verwirren *gg*.

"Lächeln, Soa, lächeln, wir werden fotografiert!" "Och nö, 0 Bock"


Mittwoch, 15. September 2010

Surfin` Soa

Gestern war so ein Tag, an dem ich am besten im Bett geblieben wäre... wenn nur die Pläne der Terroristenbande nicht gänzlich anders ausgesehen hätten.


Es fing an mit unserer ersten, kurzen Gassirunde. Wir liefen quer durch den riesigen Stoppelacker, der direkt hinterm Haus beginnt... die Füchse wie immer frei laufend, da sie ja bei Wild mittlerweile vorbildlich abrufbar sind und das Feld über mehrere hundert Meter freie Sicht gewährt. Soa flippt beim rausgehen immer völlig aus, dreht immer wieder Runden um dann wieder kläffend frontal auf ihre Kollegen zuzuschießen und sie zur Eile anzutreiben. Zwischendurch verleiht sie ihrem Vorhaben Nachdruck, indem sie entweder in Ingos Leine beißt und daran zerrt oder in die Leinen, die über meiner Schulter hängen... hin und wieder beißt sie aber auch daneben... *autsch*. Bei allen Beteiligten, außer Soa, stößt dieses Verhalten auf extrem wenig Begeisterung. Um diese Frechheiten halbwegs in Bahnen zu lenken, steckte ich ihr gestern einfach ein Spieltau in die vorlaute Klappe, was auch prima funktionierte. ... bis zu dem Zeitpunkt als das schlimme Kind, plötzlich und ohne erkennbare Vorwarnung, gut gelaunt und fröhlich, mitsamt Spieli von dannen schoss. Es war weit und breit nichts, aber auch überhaupt nichts zu sehen. Dann tauchte, in einer Entfernung von mindestens 300m, an einer Weggabelung ein Joggerpaar auf. Sie verhielten sich sehr cool. Beide sind uns Gott sein Dank als Hundeliebhaber bekannt und blieben auch völlig unbehelligt. Die Göre lief nur bis etwa 5 Meter an sie ran, scannte sie von oben bis unten ab, befand sie für ziemlich uninteressant und machte sich im wahrsten Sinne des Wortes wieder vom Acker, hin zur anderen Seite wo wir inzwischen unsere Spielwiese erreicht hatten. Wieder mal so ein überflüssiger Zwischenfall, der rein darauf zurückzuführen ist, dass ich das kleine Ungeheuer (mal wieder... *grummel*) falsch eingeschätzt habe. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass sie SO WEIT davon stürmt, nur weil sie irgendwo irgendwas hört. Sie ist dabei nicht etwa aggressiv, nein, sie ist - halt eben ganz Mädchen - dabei von reiner Neugier getrieben. Da solche unkontrollierten Ausflüge aber gefährlich sind und auf BEIDEN Seiten zu Missverständnissen führen können, geht sowas natürlich überhaupt gar nicht. Nur blöd, wenn man in Sachen Erziehung immer wieder an so krassen Fehleinschätzungen scheitert. Komischerweise ist ein Rückruf bei Auftauchen von Spaziergängern in einer Entfernung von 10 bis 20 m gar kein Problem, auch nicht wenn ein Hund dabei ist. Sogar von flüchtendem Wild ist sie abrufbar. Das mag wohl daran liegen, dass sie auf kurze Distanz ihr Gegenüber erkennt und einschätzen kann, was ihre Neugier einfach befriedigt und gut ist. Alles was weiter weg ist, bedarf nach ihrer Auffassung einfach einer eingehenderen Inspektion. Dieses Verhalten scheint aber in der Familie zu liegen. Rio fühlte sich bis vor knapp einem Jahr auch noch zum Fernaufklärer berufen, legte das aber ganz ohne mein Zutun völlig ab. Da ich das aber nicht dem Zufall überlassen will und vor allem auch keine Spaziergänger auf dem Gewissen haben möchte, die vielleicht vor Schreck tot umfallen, ist es nun mein Job, ihr zu erklären, dass diese Art Vorsorgeuntersuchung nicht notwendig ist... *grübel*... Da werde ich mir wohl noch ein gutes Argument einfallen lassen müssen, damit mich nicht zukünftig zwei Psychos an der Leine durch die Landschaft zerren.

Ach ja... und das Spieltau blieb natürlich während ihrer Inspektionstour irgendwo auf der Strecke. Es wurde aber wieder gefunden, Ingo sei Dank! So ist der Master of Disaster doch wenigstens als Spielzeugrettungshund zu gebrauchen.


Mittags war wieder etwas Garten-Agility angesagt. Die Wippe wurde entsichert und wir starteten unsere Übung. Soa hatte mittlerweile sichtlich Spaß daran und lief ohne zu zögern je 2-mal von beiden Seiten über das vorher so unheimliche Gerät. Alles völlig easy und deshalb wurde dann auch die Konstruktion um weitere 5 cm erhöht und der nächste Durchgang startete. Als Soa den Scheitelpunkt überquerte, hörte ich plötzlich nur noch ein Scheppern und Rattern und sah meinen Hund auf einem völlig losgelösten Brett stehend an mir vorbei surfen. Die beiden Nägel waren aus dem untergelegten Holzklotz gerissen und so folgte das Brett samt Hund einfach der Schwerkraft. Meine Knie wurden weich, mein Magen sackte mindestens bis in die Kniekehlen ab und mein Herz kam mit Sicherheit kurzzeitig zum Stillstand. Üble Gedanken schossen mir durch's blutleere Hirn, Wut über mich selbst... das war's... mein Hund hat sich zu Tode erschreckt... ich hab's endgültig versaut... nie wieder Agility. Nachdem eine gefühlte Ewigkeit später endlich die ganze Konstellation nach einer Rutschpartie von etwa 1,5 Metern krachend zum halten kam, lief Soa fröhlich weiter zu ihrer Kontaktzone, setzte sich wie nach Lehrbuch hin und schaute sich fragend nach mir um. "Na? Wo bleibt jetzt mein Leckerli???" Bis dahin stand ich noch immer völlig perplex mit extrem dümmlichem Gesichtsausdruck in der Mitte der zusammengebrochenen Wippe, beeilte mich dann aber doch, meinen obergenialen Hund, unter dem Kommando TAK mit sämtlichen verfügbaren Leckerchen voll zu stopfen. Das Training war sehr kurz. Ob es für surfin' Soa auch erfolgreich war, wird erst der heutige Trainingsabend zeigen.  

Am Nachmittag lernte Soa dann eine neue Lektion:
Beim Verlassen des Grundstücks, wie gewohnt hibbelig, ging sie Rio wieder mächtig auf den Sender. Diese blieb trotzdem cool und versuchte die Frechheiten so gut wie möglich zu ignorieren. Als sie aber ihr Spieli verfolgte und dabei von Soa von der Seite gerammt wurde, war das Maß endgültig voll. Sie nahm sich die Göre zur Brust und erklärte ihr auf Hundeart, kurz aber zackig, dass ein solches Verhalten wirklich nicht erwünscht ist. Dass Ingo mit seinem Ball weit genug vom Ort des Geschehens entfernt lag, war dabei von großem Vorteil. Er mischt sich bei solchen Auseinandersetzungen immer ein  ohne selbst einen Durchblick zu haben, was die Sache meist unnötig verkompliziert. Dieses Mal hatte Rio endlich die Gelegenheit, Soa ihren Standpunkt zu erklären und nun kann ich Spielis durch die Gegend werfen und die Hunde nach Belieben der Reihe nach los schicken, ohne dass dabei einer aus dem Fell gerammt wird. Seit dieser Lektion kann Soa "Platz und Bleib" obwohl ein Spieli durch die Luft fliegt und Rio oder Ingo hinterher *gg*. Sie rennt erst los wenn sie an der Reihe ist. Woll'n wir hoffen, dass es auch so bleibt.

An dieser Stelle muss ich nun doch mal ein Loblied auf unser Würstchen singen: Sky, du bist einfach ein Schatz!!! So cool, so brav, so folgsam, so absolut unproblematisch, immer gut gelaunt, für jeden Spaß zu haben und trotzdem so bescheiden, so zurückhaltend, so geduldig, so vollkommen unauffällig... kurzum DER perfekte Hund, ...der leider auch aufgrund all dieser Unauffälligkeiten viel zu oft ins Hintertreffen gerät. *Extrawürstchen ins arme, vernachlässigte Würstchen schieb*.
So, genug gelobt, ab jetzt... ins Körbchen!

Montag, 13. September 2010

Houston, wir haben ein Problem!

Nachdem Soa im Agilitytraining sehr schnell Fortschritte machte und zusehends mehr Selbstbewusstsein an den Tag legte, kam es beim letzten Training wie es kommen musste: DER herbe Rückschritt:

Sie war zu Trainingsbeginn schon sehr aufgedreht und unkonzentriert, ständig am rumhüpfen. Auch ließ sie sich von Amy zu einer Sprintrunde animieren und blendete mein Rufen dabei völlig aus *grummel*. Bei den Übungen kam ich mir vor, als hätte ich einen Vollgummifellsack an meiner Seite. Bei den Durchgängen legte sie wieder eine Geschwindigkeit an den Tag, dass ich nun entweder gezwungen bin, endlich wieder mit dem Lauftraining zu beginnen oder mir ein portables Sauerstoffzelt zu besorgen. Während unser Trainer kurze Manöverkritik übte (natürlich NICHT an Soa - die kann das!!!), machte sich das schlimme Kind dauernd selbstständig und hüpfte alleine durch den Parcours, durch Tunnel, über Hürden und durch den Sacktunnel. Anschließend stand sie wieder zwischen uns mit einem Oberlehrerblick, der jeder Beschreibung spottete. Ich kam mir sooooo unfähig vor *heul*.

Im letzten Trainingsteil hatten wir dann den ersten (und dieses Mal auch geplanten) Kontakt mit der Wippe. Beim ersten Durchgang schien dieses Wackelding kaum ein Problem darzustellen. Aber offenbar hatte es mehr Eindruck hinterlassen als anfangs erkennbar war und meine allzeit fröhliche Begleiterin avancierte zum Jammerlappen der Nation! Auf jeden Fall waren alle erdenklichen Überzeugungs- oder Bestechungsversuche vergebens. Soa zog alle Register um dieses merkwürdige Gerät nicht mehr mit allen Vieren betreten zu müssen und blieb ständig mit mindestens einer Pfote auf dem Boden. Die Stunde war gelaufen und ich musste abbrechen. Also... *hmpf*... so wird das nix mit dem Wunderkind im Agility. Vielleicht sollten wir uns doch besser zum Mutter-Kind-Turnen anmelden... oder zum Töpfern für frustrierte Hausfrauen... *schnauf*.

Nee, nee... ein schrecklicher Gedanke... das geht natürlich gar nicht. Das widerspricht ja in jeder Hinsicht unserem Motto:


Also wurde am Wochenende ein wenig gebastelt, was genauer gesagt bedeutet, der Chef des Hauses wurde genötigt zu basteln ;-). Und das tat er auch... und zwar sehr genial!!! Nun steht im Garten eine kleine Übungswippe. Die olle Baudiele ist zwar ziemlich marode aber dennoch erfüllt das gewagte Bauwerk seinen Zweck. UUUUUND... es klappt - was auch sonst *gg*! Wir begannen unsere Übung mit einem sehr flachen, nur auf einem Rundholz liegenden Brett... ein Klacks... *pffff*. Ein paar Wiederholungen und knapp ein Pfund Leckerlis später, erhöhten wir das Gebilde durch Unterlegen mit einer Fallschutzplatte um etwa 5cm. Wenig später kam eine zweite Platte darunter und nach einer weiteren handvoll Platinum und zahllosen Käsewürfelchen, lag dann das Brett auf einem Baumstamm von etwa 35cm Durchmesser. Alles kein Problem für die Göre... sie kann es kaum erwarten, das Brett zum wippen zu bringen um auf der Kontaktzone ihre Belohnung zu kassieren. Das Brett wurde heute mit einer weiteren Gummiplatte auf 40cm erhöht, womit wir noch etwa 20cm von den sportlichen Turnierabmessungen entfernt sind.

Und so können wir nun an Houston melden: Das Problem ist eliminiert und wir freuen uns - wie immer - auf unser nächstes Training! *hähä*... JAAAAA, ihr Lieben, zieht euch warm an... Soa is coming!


Ach ja... und natürlich will ich die obligatorischen Beweisfotos nicht schuldig bleiben... auch wenn diese, da mit Selbstauslöser geknipst, nicht weniger abenteuerlich anmuten als die Konstuktion unserer Anfängerwippe. Also sach mir jetzt bloß keiner was über unpassende Schärfeverläufe, kippende Bilder oder sonstigen Pillepallekram, ne?! Immerhin sieht man auch, dass die Leckerchen VOM HUND verkonsumiert werden... auch wenn sich beim Anblick dieses dürren Fellbündels mit dem ein wenig aus den Fugen geratenen Frauchen ein ganz anderer Verdacht aufdrängt:

"Uuuuund... WIPPEEE!...

... Laaaangsaaam (ein völlig neues Wort für die Boden-Luft-Rakete *lach*), ...
... geh auf  TAK! ...

... Na geht doch... SUUUPER, PRIIIIIIMA, GUTES KIND!!!"

Samstag, 28. August 2010

Pubertierende Göre!

Wollen wir mal inständig hoffen, dass es sich hier nicht um Flegel-JAHRE sondern allenfalls um ein paar rüpelige Wochen handelt. Ingos Flegeljahre halten ja nun schon seit 5 Jahren an und an ein Ende ist noch lange nicht zu denken.

Bei unserer Gassirunde kommen wir an ein paar Strohballen vorbei, auf denen Sky immer ihre Flugkünste unter Beweis stellt - gegen "Bezahlung" versteht sich. Soa betrachtete nun das Geschehen mit großem Interesse, wusste aber noch nicht, wie sie diese schwindelnden Höhen erreichen könnte. Nachdem wir unseren Weg fortgesetzt hatten und die Strohballen schon lange außer Sichtweite waren, machte die Göre einfach urplötzlich kehrt und verschwand dorthin zurück, alles Rufen, Locken und schließlich auch striktes Verbot ausblendend *grummel*. Es war das erste Mal, dass sie sich so hartnäckig alleine auf und davon machte. Mir blieb nur noch, mich auf die Verfolgung zu machen. Letztendlich fand ich sie zwischen den Ballen sitzend, mit verständnislosem, fragendem Blick... "Und WAS soll da jetzt dran interessant sein? Los, erklär mir das... JETZT!" Da die Erklärung allerdings nicht zu ihrer vollen Zufriedenheit ausfiel, machte sie sich erneut noch zweimal auf die Socken, um den Ort zu erkunden. Nur noch die Leine konnte einen 4. Abrückversuch verhindern. 

Fly into the Sky... oder eher fly Sky... oder Skyfly... öm... wie nun?

Einen Tag später, nachdem Rio auf einem kleinen Heuballen die Vorturnerin gab, wußte auch Soa, wie man mit einem Satz selbst auf diese Riesenballen von 1,80m kommt. Sie springt inzwischen aus dem Stand zwischen zwei Ballen hoch. Ob sie das soll ist für sie dabei nicht von Belang. Ihr ist es völlig egal, dass junge Hunde nicht so hoch springen sollen und das Gehopse macht ihr offensichtlich großen Spaß, was sie auch wieder beim Agitraining unter Beweis stellte. Als alle Kursteilnehmer sich dran machten, den Steg auf hundekindgerechte Höhe zu verstellen, sprang sie, von unseren Bemühungen hellauf begeistert, auf dieses ihr bisher unbekannte Gerät. Schließlich war das DIE Gelegenheit, diesen so beschäftigten wie wehrlosen Zweibeinern einmal gründlich das Gesicht zu waschen. Von einem Unfall auf der Wippe konnte ich sie im allerletzten Augenblick noch bewahren. Sie stürmte beim Verlassen des Platzes begeistert darauf ohne zu ahnen, dass dieses Ding kippt. Glücklicherweise reagierte sie noch auf dem Scheitelpunkt auf mein Nein und sprang gerade noch rechtzeitig ab. Puh, das hätte schwer in die Hose gehen können!

Eine andere, leider auch recht peinliche Einlage lieferte gleichzeitig einen Einblick in die Abgründe menschlicher Dummheit:
Wir trafen bei unserer Hunderunde eine liebe Bekannte in Begleitung von Sally, eine sehr  temperamentvolle aber wohlerzogene Jack-Russel-Hündin. Die Hunde machten sich kurz bekannt und durften dann ohne Leine drauf los spielen.
Plötzlich waren in dem für Privatfahrzeuge weiträumig gesperrten Gebiet Autos zu hören, die in einiger Entfernung stoppten. Ein paar Touristen stiegen aus. Ich achtete noch nicht besonders auf sie, da ich gar nicht erst daran dachte, dass unser schlimmes Kind sich so weit davon machen könnte. Warum sollte sie auch? Schließlich war Sally da und SEHR interessant. Nun, es gibt nichts, was nicht noch interessanter sein könnte... zumindest bis es eingehend untersucht wurde. Kaum waren die Touris von ihr wahrgenommen, schon machte sich mit Siebenmeilensätzen auf, diese willkommen zu heißen *args*. Den dämlichen Spruch "die tut nix, die will nur spielen" sollte man sich in solchen Situationen besser sparen. NEIN, es war einfach nur peinlich. 

Keine Frage, nein, es gehört sich nicht, dass ein Hund auf fremde Menschen zustürmt. Und nein, es gehört sich auch nicht, dass dieses 17kg "schwere" Knochengerüst auf Rufe des Halters in keinster Weise reagiert... *seufz*. Eine soooo unberechenbare, potentielle Killermaschine, die gegen alle Gebote der Landeshundeverordnung verstößt, gehört zweifelsfrei an die Leine, weil sie eine Gefahr für die Umwelt und nicht zuletzt auch für sich selbst darstellt. Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa... *Zähne knirsch*. Aber, du meine Güte, wie blöd kann man eigentlich sein??? Nahm doch die Mutter die beiden Kinder bei den Händen und schleifte sie in kopfloser Flucht zum Auto zurück rennend hinter sich her. Schon meine Oma hatte mir vor mehr als 4 Jahrzehnten beigebracht, stehen zu bleiben wenn ein Hund sich nähert. Und das obwohl es zu dieser Zeit weder Hundeflüsterer, noch amtliche Unfallverhütungsvorschriften, geschweige denn Landeshundeverordnungen gab! Oh mein Gott, wie konnte ich nur ohne das alles so alt werden? Soa fand die Showeinlage dieser Zweibeiner nur recht erheiternd, hüpfte noch ein paar Sätze hinterher und kam dann zufrieden zurück. Ihre grenzenlose Neugier war gestillt, hatte sie doch gesehen, was sie sehen wollte. Die Kinder indes hatten ihre Lektion fürs Leben ganz sicher gelernt: "Wenn ein Hund kommt, renn was das Zeug hält!" So ist die Chance dann wenigstens am größten, gebissen zu werden um dann Schmerzensgeld zu kassieren... oder was??? ABER, um es nochmals ganz klar und deutlich zu sagen: natürlich war es meine Schuld, natürlich tut es mir furchtbar leid, ganz besonders wegen der Kinder und natürlich DARF so etwas nicht noch mal passieren. Punkt!

Trotz einiger Pleiten, Pech und Pannen habe ich das Gefühl, die Kleine wird immer cooler. Neuerdings werden sogar Besucher, die sie vorher nur als unerhörte Eindringlinge empfand, euphorisch begrüßt. Auch auf dem Hundeplatz hat sie jegliche Scheu abgelegt... leider auch zu Lasten ihres Gehorsams *hmpf*. Aber auch das werden wir noch hinbekommen. Die Fortschritte unseres hochbegabten, schlimmen Kindes sind auf jeden Fall nicht zu übersehen.